© Prostock-Studio iStockphoto

19. Jahrestagung der SGAMSP 2021

Die Bedeutung von Placebo und Nocebo in der psychiatrischen Therapie

Für die klinisch Tätigen sind Placebo und Nocebo tägliche Begleiter in der Arbeit mit Patient*innen, die im Zeitdruck der modernen Medizin zu wenig reflektiert werden. Gleichzeitig üben Placeboeffekte eine unglaubliche Faszination aus, berühren sie doch die Essenz der klinischen Tätigkeit: den Umgang und das Management von Erwartungen an die Behandlung.

Das Placebo ist «eine Intervention, die eine medizinische Behandlung simulieren soll, wobei vom Untersucher davon ausgegangen wird, dass sie selbst keine Wirkung auf die Beschwerden hat».1 Placebos werden in klinischen Studien zur Kontrolle von Beobachter- und Erwartungseffekten genutzt. Der Placeboeffekt ist eine «Veränderung der Erkrankung, die auf diese symbolische Behandlung zurückzuführen ist und nicht auf spezifische … Eigenschaften dieser Behandlung».1 Dagegen sind Noceboeffekte die Ergebnisse der Erwartung negativer Folgen einer Intervention. So treten beispielsweise Nebenwirkungen bei rund 20% der Patient*innen in der Placebogruppe klinischer Studien auf.2 Die Noceboeffekte können zu echten Problemen werden, wenn beispielsweise Betroffene effektive Behandlungen wegen solcher erwarteten Nebenwirkungen abbrechen.3

Sie sind bereits registriert?
Loggen Sie sich mit Ihrem Universimed-Benutzerkonto ein:

Login

Sie sind noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos auf universimed.com und erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln, bewerten Sie Inhalte und speichern Sie interessante Beiträge in Ihrem persönlichen Bereich zum späteren Lesen. Ihre Registrierung ist für alle Unversimed-Portale gültig. (inkl. allgemeineplus.at & med-Diplom.at)

Registrieren

Back to top