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Vaginale Infektionen

Schwangerschaftskomplikationen und deren Prävention

Gynäkologie & Geburtshilfe | Infektiologie
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Leading Opinions
27. Februar 2020
Autor:
Dr. med. Anda-Petronela Radan

Universitätsklinik für Frauenheilkunde<br> Universitätsspital Bern<br> E-Mail: anda-petronela.radan@insel.ch

Autor:
Prof. Dr. med. Daniel Surbek

Universitätsklinik für Frauenheilkunde<br> Universitätsspital Bern

<p class="article-intro">Vaginale Infektionen gehören zu den häufigsten Problemen während der Schwangerschaft. Unangenehmer Fluor und Symptome wie lokales Brennen oder Pruritus können die Schwangere verunsichern. Zudem sind vaginale Infektionen mit Schwangerschaftskomplikationen assoziiert. Im Folgenden werden die neusten Erkenntnisse zur Prävention von Schwangerschaftskomplikationen, welche von vaginalen Infektionen verursacht werden können, bewertet und erläutert.</p>
<hr /> <p class="article-content"><p>Seit der Entdeckung der Laktobazillen im Jahr 1892 wissen wir, dass diese eine entscheidende Rolle in der Aufrechterhaltung der vaginalen Eubiose spielen. Dank neuer Erkenntnisse im Rahmen des Projekts zum humanen Mikrobiom steht es fest, dass es mindestens sechs Typen von Vaginalmikrobiomen gibt. In vier von diesen &laquo;Community state&raquo;-Typen (CST) pr&auml;dominieren die Laktobazillen, w&auml;hrend die weiteren zwei (CST IV-A und CST IV-B) vor allem aus Anaerobiern wie Prevotella, Megasphaera, Gardnerella vaginalis, Sneathia und Atopobium vaginae bestehen.<br /> Das vaginale Mikrobiom ist dynamischer Natur und kann in verschiedenen Stadien des Lebens variieren. Longitudinale Studien zu unkomplizierten Schwangerschaften, bei denen die Geburt am Termin erfolgte, zeigten, dass sich das Mikrobiom w&auml;hrend der normalen Schwangerschaft von dem Mikrobiom nicht schwangerer Frauen unterscheidet und interessanterweise stabiler ist. Umwandlungen zwischen den verschiedenen Laktobazillus-gepr&auml;gten Typen sind m&ouml;glich, jedoch kommt es selten vor, dass eine Transition zu den CST-IV-A- und -IV-B-Typen stattfindet. Das Vorliegen von CST IV-A und IV-B ist h&auml;ufiger mit bakteriellen Infektionen vergesellschaftet und mit Komplikationen wie Sp&auml;taborten und Fr&uuml;hgeburten assoziiert. Neuere Studien zeigen, dass vor allem die aerobe Vaginitis eine inflammatorische Antwort in der Schwangerschaft ausl&ouml;st und damit &auml;hnlich wie die bakterielle Vaginose mit einem erh&ouml;hten Fr&uuml;hgeburtsrisiko verbunden ist. Auf der anderen Seite spielen unkomplizierte, asymptomatische anaerobe Vaginosen bei normalen Schwangerschaften wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle.<br /> Wesentlich f&uuml;r die Auswirkung einer abnormalen Vaginalflora auf die Schwangerschaft sind insbesondere individuelle lokale Abwehrmechanismen, weshalb idealerweise Faktoren wie spezifische Genpolymorphismen oder Art und Menge der Zytokinproduktion als Wirtsantwort auf Gardnerella-vaginalis-Besiedelung in der Therapieentscheidung ber&uuml;cksichtigt werden sollten. Dies sind aus wissenschaftlicher Sicht spannende Einsichten, jedoch f&uuml;hren sie zu einer widerspr&uuml;chlichen Datenlage bei Therapieerfolgen, was wiederum in der t&auml;glichen geburtshilflichen Praxis h&auml;ufig eine Herausforderung darstellt. Im Folgenden werden nicht nur die h&auml;ufig diagnostizierten Vaginosen, sondern auch weitere Typen von vaginalen Infektionen sowie deren Bedeutung und Behandlungsm&ouml;glichkeiten in der Schwangerschaft detailliert beschrieben.</p>

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