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Klinischer Leitfaden

Management von Azoospermie infolge exogenen Testosterons oder anaboler Steroide

Die klinische Bedeutung der Azoospermie hat zugenommen, da Testosteronersatztherapien häufiger verordnet und zunehmend von reproduktionsrelevanten Altersgruppen genutzt werden. Zugleich fördern Körperbild-Trends, Fitnesskultur und Social Media den nichtmedizinischen Gebrauch anabol-androgener Steroide. Die hormonellen Störungen und die mögliche Unfruchtbarkeit werden oft unterschätzt. Wie lässt sich Azoospermie in diesem Kontext dennoch effektiv managen?

Azoospermie – definiert als Fehlen von Spermien im Ejakulat – betrifft etwa 1% aller Männer, aber 10–15% der Männer, die sich wegen Infertilität vorstellen.1–3 Die korrekte Einordnung ist entscheidend, da Azoospermie ätiologisch prätestikulär (Hypothalamus/Hypophyse), testikulär oder posttestikulär (obstruktiv) klassifiziert wird und daraus unterschiedliche diagnostische und therapeutische Pfade folgen.4,5 Besonders im Fokus steht in den letzten Jahren die steigende Zahl an Fällen von Azoospermie, die direkt mit der Einnahme exogener Androgene – insbesondere Testosteron und anabol-androgener Steroide (AAS) – in Verbindung steht. Exogenes Testosteron (ET; inkl. Testosteronersatztherapie, TRT) und anabol-androgene Steroide sind klinisch relevante Ursachen einer funktionell prätestikulären Azoospermie, weil sie über negativen Feedback-Mechanismus die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden(HPG)-Achse supprimieren.6,17 Diese hormonellen Substanzen führen durch eine Unterdrückung der HPG-Achse zu einem signifikanten Abfall der endogenen Gonadotropinfreisetzung und einer dadurch reduzierten intratestikulären Testosteronproduktion. Diese Reduktion ist entscheidend, da eine hohe intratestikuläre Testosteronkonzentration für eine funktionierende Spermatogenese notwendig ist.

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