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Aktuelle Strategien in der Rheumatologie

Glukokortikoide: Chancen und Risiken

Glukokortikoide sind im Management entzündlich-rheumatischer Erkrankungen nach wie vor unverzichtbar. Ihrem gut durch Evidenz gesicherten Nutzen stehen – vor allem bei längerfristiger Anwendung – allerdings erhebliche Nebenwirkungen gegenüber. Im klinischen Alltag gilt es also, die Vorteile dieser Substanzgruppe gegen die Risiken auszubalancieren.

Im Jahr 1948 wurde die erste Patientin mit rheumatoider Arthritis (RA) mit einer hohen Dosis eines Glukokortikoids behandelt, erzählte Prof. Dr. Hans Bijlsma von der Universität Utrecht auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation. Dies sei „wie ein Wunder“ gewesen. Bijlsma: „Die Patientin, die zuvor nicht in der Lage war, das Bett zu verlassen, stand auf und konnte wieder gehen.“ Dieser Erfolg brachte den Behandlern Edward Calvin Kendall, Tadeusz Reichstein und Philip Showalter Hench bereits zwei Jahre später den Nobelpreis. Bijlsma: „Sie hatten Glück, dass das so schnell ging, denn es stellte sich bald heraus, dass Glukokortikoide massive Nebenwirkungen haben. Insbesondere wenn man sie in hohen Dosierungen gibt. Bereits kurz nach der Verleihung des Preises erschien imJournal of the American Medical Association (JAMA) ein Editorial, das auf die schweren Nebenwirkungen hinwies und betonte, dass es keine Hinweise auf krankheitsmodifizierende Wirkungen gebe, sondern dass vielmehr in rund 20% der Fälle nach dem Absetzen Entzugserscheinungen aufträten. Von der Verwendung wurde daher abgeraten.“

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