Paracetamol und Autismus: kein Zusammenhang
Anders als von US-Präsident Trump gesagt, gebe es keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus beim Ungeborenen. Das betonte nun Swissmedic.
Bern. Wenn Frauen schwanger sind, sollten sie das schmerzlindernde und fiebersenkende Paracetamol besser nicht einnehmen, sagte kürzlich US-Präsident Donald Trump. Ausser es bestehe eine medizinische Notwendigkeit für die Einnahme, was «beispielsweise in Fällen von hohem Fieber» der Fall sei. Trump gab auch den Grund für seine Warnung an: Das Mittel, das in den Apotheken in den USA als «Tylenol» erhältlich ist, könne bei Ungeborenen zu Autismus führen.
In der Schweiz seien mehrere Arzneimittel mit dem Wirkstoff Paracetamol verfügbar, hiess es nun dazu seitens der Schweizerischen Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte Swissmedic. Dort betont man, dass sich in den vielen Jahren seit der Erstzulassung von Paracetamol keine wissenschaftlichen Belege für den von Trump erwähnten Zusammenhang ergeben haben. Diese Einschätzung deckt sich mit den Bewertungen anderer Zulassungsbehörden weltweit und auch mit Stellungnahmen aus der medizinischen Fachwelt. Das Verhältnis von Nutzen und Risiko für die Medikamente mit Paracetamol sei unverändert positiv, hiess es seitens Swissmedic noch. Und: «Therapeutische Alternativen, gerade auch für Schwangere, sind unter Umständen weniger geeignet.»
Weltweit lebt etwa ein Prozent der Menschen mit Autismus. Da eine starke familiäre Häufung besteht, gelten genetische Faktoren als die Hauptursache. Zudem könnten etwa auch Umweltfaktoren wie ein höheres Alter der Eltern, Adipositas und/oder Schwangerschaftsdiabetes der Mutter oder Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft beziehungsweise eine Wechselwirkung aus diesen Faktoren Einfluss auf die Entwicklung der Störung haben. (sst)
Quelle: Swissmedic
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