Krankenversicherung: Mehrheit gegen höhere Mindestfranchise
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Während der Bundesrat eine Anhebung der finanziellen Beteiligung für Versicherte vorschlägt, sprechen sich fast sechs von zehn Personen dagegen aus. Das zeigt eine Umfrage unter mehr als 5.500 Versicherten.
Lausanne. Das Online-Vergleichsportal bonus.ch befragte 2026 mehr als 5.500 Versicherte zu Mindestfranchise, Anbieterwechsel, Prämienerhöhungen und dem Preis-Leistungs-Verhältnis des Gesundheitssystems. Demnach lehnen insgesamt 59 % eine Anhebung der Mindestfranchise von CHF 300,– auf CHF 400,– ab. In der Westschweiz ist die Ablehnung mit 64 % am höchsten, bei den unter 30-Jährigen liegt sie sogar bei 69 %. Frauen stehen dem Vorstoss mit 64 % häufiger skeptisch gegenüber als Männer (56 %).
Die verlangsamte Prämienerhöhung – um 4,4 % gegenüber einem Anstieg von 6,0 % im Vorjahr – dürfte die Bereitschaft, die Krankenversicherung zu wechseln, dämpfen. 2026 wechselten 10 % der befragten Personen ihre Krankenkasse, nach 17 % im Jahr 2025. Die italienische Schweiz bleibt weiterhin die Region mit der höchsten Mobilität (13 %). Hier sind auch die Absichten, in naher Zukunft den Anbieter zu wechseln, besonders stark ausgeprägt: 61 % der Versicherten in der italienischen Schweiz planen, zu einer anderen Krankenversicherung zu wechseln – ein Rekordwert, der auf starke Unzufriedenheit mit dem derzeitigen System hindeutet.
Die Sensibilität gegenüber steigenden Krankenkassenprämien bleibt besonders hoch. Mehr als die Hälfte der Befragten zieht bereits bei einer jährlichen Erhöhung um CHF 1.–(10 %) beziehungsweise um CHF 50.– (42 %) einen Kassenwechsel in Betracht. Insgesamt ziehen 76 % der Versicherten einen Wechsel in Betracht, sobald die Prämie um CHF 100.– steigt. Die Westschweiz ist hier führend. Auch das Alter hat einen deutlichen Einfluss: 69 % der 40- bis 49-Jährigen sind bereit, bereits bei einer Erhöhung um CHF 1.– oder CHF 50.– den Anbieter zu wechseln, während dieser Anteil bei den 80- und über 80-Jährigen nur 45 % beträgt.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Schweizer Gesundheitssystems beurteilen 54 % der Befragten positiv. Nur 13 % sind allerdings «absolut» überzeugt, während 46 % die Leistungen als nicht wirklich im passenden Verhältnis zu den Kosten stehend sehen. Die italienische Schweiz ist mit nur 51 % positiven Bewertungen am kritischsten, während sich 67 % der über 80-Jährigen zufrieden zeigen. Männer bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis etwas besser als Frauen.
Die allgemeine Zufriedenheit mit den Krankenkassen bleibt trotz steigender Prämien hoch. Die Versicherten vergeben ihren Versicherern im Schnitt die Note 5,12 von 6 – etwas mehr als im Vorjahr. In der Deutschschweiz bewerten 82 % ihre Krankenkasse mit «gut» oder «sehr gut», in der Westschweiz 73 % und in der italienischen Schweiz 47 %.
Bei den Krankenkassen teilen sich Aquilana und SWICA mit jeweils 5,4 von 6 Punkten den ersten Platz. EGK-Gesundheitskasse und OEKK folgen mit 5,3 Punkten. (tab)
Quelle: bonus.ch
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