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Bakterielle und virale Meningoenzephalitis

Rationale infektiologische Diagnostik bei neurologischen (Intensiv-)Patienten

Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS) stellen eine neurologische Notfallsituation dar, die durch eine hohe Morbidität und Mortalität gekennzeichnet ist. Angesichts der prognostischen Relevanz eines frühen Therapiebeginns ist ein rationales, zeitkritisches diagnostisches Vorgehen unerlässlich. Im Folgenden werden die diagnostischen Prinzipien bei bakterieller Meningitis und viraler Meningoenzephalitis dargestellt.

Die klassische Trias aus Fieber, Nackensteifigkeit und Bewusstseinsstörung ist nur bei etwa 44% der Patient:innen vollständig vorhanden. Verlässlicher ist das Vorliegen von mindestens zwei der vier Leitsymptome (Kopfschmerz, Fieber, Meningismus, Bewusstseinsstörung), was bei etwa 95% der Betroffenen zutrifft. Der Verlauf ist meist subakut mit einer Prodromalphase von 1–2 Tagen, jedoch zeigen etwa 10% einen fulminanten Beginn innerhalb weniger Stunden. Diese Fälle gehen oft mit Zeichen einer systemischen Sepsis einher. Hautveränderungen wie Petechien (ca. 26%) sind typisch für Meningokokkeninfektionen, treten aber nicht nur bei N. meningitidis auf. Selten kann es im Rahmen einer schweren Sepsis zu einer disseminierten intravasalen Gerinnung (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom) kommen.

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