Semaglutid als Therapieoption bei MASH
Bericht:
Dipl.-Ing. Dr. Manuel Spalt-Zoidl
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Bei der metabolischen Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASH) handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium der metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD).1 Patienten mit MASH weisen unspezifische Symptome auf und werden oft erst in späteren Krankheitsstadien diagnostiziert. Kardiometabolische Risikofaktoren, darunter auch Adipositas, können auf das Vorliegen einer MASH hinweisen. Eine Interimsanalyse der ESSENCE-Studie mit Semaglutid zeigt, dass der Wirkstoff eine effektive und gut verträgliche Therapieoption bei MASH darstellt.
Bei der metabolischen Dysfunktion-assoziierten Steatohepatitis (MASH; ehemals nichtalkoholische Steatohepatitis) handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium der metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD).1 Sie ist durch die histologischen Merkmale Steatose, Ballonierung und Entzündungszeichen, mit oder ohne Fibrose, gekennzeichnet.2 Abhängig vom Grad der Vernarbung können Betroffene ein bis zu vierfach erhöhtes kardiovaskuläres Mortalitätsrisiko gegenüber einer gesunden Bevölkerung aufweisen.3
ESSENCE-Studie Part 1 zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Semaglutid bei MASH
Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) Semaglutid für die Behandlung der MASH werden gegenwärtig im Rahmen der ESSENCE-Studie beurteilt. Insgesamt wurden 1197 Patient:innen mit histologisch dokumentierter Steatohepatitis und Leberfibrose im Stadium 2 oder 3 im Verhältnis 2:1 randomisiert, um einmal wöchentlich Semaglutid 2,4mg oder Placebo als Add-on-Therapie zur Standardbehandlung der MASH und damit assoziierter Begleiterkrankungen zu erhalten. Die primären Endpunkte umfassen die histologische Rückbildung der Steatohepatitis ohne Verschlechterung der Leberfibrose und die Reduktion der Leberfibrose um mindestens eine Stufe ohne Verschlechterung der Steatohepatitis.4
In einer Interimsanalyse (ESSENCE Part1) mit einer Auswertung nach 72 Wochen wurden die histologischen Ergebnisse der ersten 800 Teilnehmenden berichtet. Die Anteile der Patient:innen, die unter Semaglutid eine histologische Rückbildung der Steatohepatitis ohne Verschlechterung der Leberfibrose und eine Reduktion der Leberfibrose ohne Verschlechterung der Steatohepatitis erreichten, waren mit 62,9% beziehungsweise 36,8% signifikant höher ausgeprägt als in der Placebogruppe (34,3% beziehungsweise 22,4%; p<0,001; Abb. 1).4
Abb. 1:Anteil der Patient:innen, die unter Semaglutid oder Placebo histologische Rückbildung der Steatohepatitis ohne Verschlechterung der Leberfibrose (A) und Reduktion der Leberfibrose ohne Verschlechterung der Steatohepatitis (B) erreichten (modifiziert nach Sanyal AJ et al.)
Die Verum- und die Kontrollgruppe wiesen in der Interimsanalyse ein ähnliches Verträglichkeitsprofil auf. Unerwünschte Ereignisse traten bei 86,3 beziehungsweise 79,7% der Patient:innen auf. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden mit 13,4% in beiden Gruppen gleich häufig berichtet.4
Semaglutid bei MASH zugelassen
Semaglutid wurde mit einer Zulassungserweiterung von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für die Therapie der MASH zugelassen.
Literatur:
1 Rinella ME et al.: A multisociety Delphi consensus statement on new fatty liver disease nomenclature. Hepatology 2023; 78(6): 1966-86 2 Kostadinova R et al.: Digital pathology with artificial intelligence analysis provides insight to the efficacy of anti-fibrotic compounds in human 3D MASH model. Sci Rep 2024; 14(1): 5885 3 Ekstedt M et al.: Fibrosis stage is the strongest predictor for disease-specific mortality in NAFLD after up to 33 years of follow-up. Hepatology 2015; 61(5): 1547-54 4 Sanyal AJ et al.: Phase 3 trial of semaglutide in metabolic dysfunction-associated steatohepatitis. N Engl J Med 2025; 392(21): 2089-99
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