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Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Diabetes erhöht das Sturzrisiko deutlich

Endokrinologie & Diabetologie
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Eine dänische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl Patienten mit Typ-1- als auch Patienten mit Typ-2-Diabetes öfter stürzen und häufiger Frakturen erleiden als Menschen aus einer gesunden Kontrollgruppe. Mehrere Faktoren, die das Risiko noch zusätzlich erhöhen, wurden identifiziert und könnten in Zukunft bei Therapieentscheidungen für Diabetespatienten berücksichtigt werden.

Zu den zahlreichen bereits bekannten Risiken bei einer Diabeteserkrankung kommt nun ein weiteres hinzu: Eine Studie des dänischen Steno-Diabetes-Zentrums zeigt, dass sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes-Patienten ein signifikant erhöhtes Sturzrisiko aufweisen. Für die Studie wurden 12 975 Patienten mit Typ-1-Diabetes (T1D) und 407 099 Patienten mit Typ-2-Diabetes aus dem landesweiten dänischen Patientenregister identifiziert und mit hinsichtlich Geschlecht und Alter gematchten gesunden Kontrollen verglichen. Mittels statistischer Modelle wurden sämtliche Hospitalisierungen wegen Stürzen zwischen 1996 und 2017 analysiert. In die adjustierte Analyse wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht, Diabeteskomplikationen, Alkoholabusus und Medikation einbezogen. Berechnet wurden Inzidenzraten, Unterschiede in Inzidenzraten sowie Verhältnisse der Inzidenzraten von Stürzen. Des Weiteren wurden Verletzungen durch Stürze, die betroffenen Körperregionen sowie Brüche erhoben. In der adjustierten Analyse war eine T1D-Erkrankung mit einem um 33% erhöhten Sturzrisiko assoziiert, T2D mit einer Risikoerhöhung um 19%. Die kumulative Inzidenz von Stürzen betrug in der T1D-Population 13%, in der T2D-Population 12%. Sowohl für T1D- als auch für T2D-Patienten wurde eine zusätzliche Erhöhung des Sturzrisikos identifiziert bei weiblichem Geschlecht, Alter über 65, Einnahme von SSRIs, Einnahme von Opioiden sowie Alkoholabusus. Dabei erwies sich weibliches Geschlecht mit einer Risikoerhöhung von 60% als überraschend ungünstig. Einen ähnlich deutlichen Effekt hatte die kombinierte Einnahme von SSRIs und Opioiden. Alkoholabusus verdoppelte das Risiko.

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