Optimierung der Behandlung von DT2 und CKD durch Kombinationstherapie
Bericht:
Dipl.-Ing. Dr. techn. Manuel Spalt-Zoidl
Medizinjournalist
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Während Kombinationstherapien für die Behandlung der Hypertonie etabliert sind, liegen nur wenige Daten für den kombinierten Einsatz von Arzneimitteln bei Menschen mit Diabetes Typ 2 (DT2) und chronischer Niereninsuffizienz (CKD) vor.
Säulen der leitliniengerechten Therapie von Patient:innen mit DT2 und CKD umfassen unter anderen den Einsatz von Fineneron und SGLT2-Inhibitoren (SLGT2i), so Prof. Paola Fioretto, Universität Padua, Italien.1–3 Aufgrund komplementärer Wirkmechanismen erwarten Expert:innen, dass eine Kombination der Wirkstoffe zu einer schnelleren und stärkeren Reduktion des Albumin-Kreatinin-Quotienten im Urin (UACR), einer verbesserten kardiovaskulären Wirksamkeit und einem klinisch relevanten Nutzen für Patient:innen führen könnte.4
Kombination Finerenon + SGLT2i: Wirksamkeit und Verträglichkeit
Die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer gemeinsamen Gabe von Finerenon und SGLT2i wurden in der randomisierten Phase-II-Studie CONFIDENCE untersucht. Prof. Peter Rossing, Universität Kopenhagen, Dänemark, präsentierte die Ergebnisse. Patient:innen mit DT2 und CKD wurden im Verhältnis 1:1:1 randomisiert zu Finerenon 10mg oder 20mg (n=264), Empagliflozin 10mg (n=267) oder einer entsprechenden Kombination (n=269) und über einen Zeitraum von 180 Tagen untersucht. Die Studie umfasste auch eine Nachbeobachtungsphase von 30 Tagen, in der die Patient:innen nicht behandelt wurden. Der primäre Endpunkt war die relative Veränderung des UACR gegenüber Baseline.5
Die Kombinationstherapie zeigte eine signifikant bessere Reduktion des UACR von 32% vs. Empagliflozin alleine (95% CI: 41–21; p<0,001) und 29% vs. Finerenon alleine (95% CI: 39–18; p<0,001) an Tag 180 (Abb.1). Während der Nachbeobachtungsphase nach Absetzen der Therapien näherte sich das Verhältnis wieder dem Ausgangswert an.6
Abb. 1: CONFIDENCE-Studie – primärer Endpunkt: Nach 30 Tagen wurde unter der Kombination von Finerenon + Empagliflozin eine Reduktion des Urinalbumin-Kreatinin-Quotienten (UCAR) um 30%, nach 180 Tagen um 52% erreicht. Nach einem Washout von 30 Tagen war der Effekt reversibel (modifiziert nach Agarwal R et al. 2025)6
An Tag 180 erreichten 70% der Patient:innen unter der Kombination die von den Leitlinien empfohlene UACR-Reduktion von mindestens 30%. In den jeweiligen Monotherapien war dies nur bei 52% der Behandelten der Fall.6 Die Kombinationstherapie sowie die Fineneron- und Empagliflozin-Monotherapien wiesen niedrige Raten an Hyperkaliämien (9,3% vs. 11,4% vs. 3,8%), akutem Nierenversagen (1,9 % vs. 1,1% vs. 0%) und symptomatischer Hypotonie (1,1% vs. 0% vs. 0%) auf. Unter der Kombination der Wirkstoffe wurde ein additiver Effekt eines hämodynamischen eGFR-Abfalls beobachtet, der aber nach Absetzen der Wirkstoffe reversibel war.
Quelle:
61. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD), 15. bis 19. September 2025, Wien
Literatur:
1 American Diabetes Association Professional Practice Committee: Diabetes Care 2025; 48(Suppl 1): S239-51 2 Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group: Kidney Int 2024; 105(4 Suppl): S117-314 3 Perkovic V et al.: N Engl J Med 2024; 391: 109-21 4 Green JB et al.: Nephrol Dial Transplant 2023; 38: 894-903 5 Agarwal R et al.: Nephrol Dial Transplant 2025; 40: 1559-69 6 Agarwal R et al.: N Engl J Med 2025; 393: 533-43
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