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Adipositas aus der Sicht des Diabetologen

Gewichtsreduktion ist bei adipösen Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 zentral

Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2 (T2D) stehen im bidirektionalen Zusammenhang. Adipositas ist ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung des T2D und beeinflusst bei manifestem Diabetes den Krankheitsverlauf, die Therapie und die Prognose. Gewichtsreduktion hat bei adipösen Menschen mit T2D eine zentrale Bedeutung, sie verbessert metabolische Parameter und senkt das Risiko für diabetesassoziierte Folgeerkrankungen.

Erhöhtes Körpergewicht (Übergewicht/Adipositas), dabei insbesondere die viszerale Akkumulation von metabolisch und inflammatorisch aktivem Fettgewebe, ist ein wesentlicher Treiber der Insulinresistenz. Sie ist ein zentrales pathophysiologisches Merkmal des T2D. Viszerales Fettgewebe fungiert als endokrines Organ und sezerniert Adipokine und proinflammatorische Zytokine. Bei vielen adipösen Menschen kommt es zu einer chronischen geringgradigen Entzündung, die die Insulinwirkung in Leber-, Muskel- und Fettzellen beeinträchtigt. Insulinresistenz führt zu einer kompensatorischen Steigerung der Insulinsekretion. In der Folge erreichen die pankreatischen Betazellen ihre Sekretionsreserve, das zweite zentrale pathophysiologische Merkmal, das zur Manifestation und Progression des T2D beiträgt. Adipöse Menschen mit T2D weisen häufiger eine unzureichende glykämische Kontrolle auf und benötigen meist eine höhere Therapieintensität. Adipositas ist auch mit einer erhöhten Prävalenz kardiovaskulärer Risikofaktoren wie arterieller Hypertonie, Dyslipidämie und prothrombotischer Veränderungen bei Menschen mit T2D assoziiert. Die Kombination aus Adipositas und T2D begünstigt mikro- und makrovaskuläre Komplikationen. Dazu zählen diabetische Nephropathie, Retinopathie und Neuropathie ebenso wie koronare Herzkrankheit, Myokardinfarkt und Schlaganfall. Adipositas stellt so einen wichtigen prognostischen Faktor bei manifestem T2D dar. Anzumerken ist, dass hinsichtlich der Mortalität und Morbidität im Bezug auf das Körpergewicht ein U- oder J-förmiger Zusammenhang besteht, der bei einem BMI von 25–30kg/m2 seinen Nadir hat.

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