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i-FemMe: Frauenkongress ging in die zweite Runde
Jatros
30
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02.03.2017
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<p class="article-intro">Dass ein medizinischer Kongress ausschließlich für Ärztinnen erfolgreich sein kann, hat der Veranstalter Pfizer schon 2015 bewiesen. Auch im Oktober 2016 trafen sich rund 100 Teilnehmerinnen, um in ungezwungener, von ehrlichen Diskussionen geprägter Atmosphäre dermatologische und rheumatologische Themen zu referieren und anschließend ausgiebig zu diskutieren.</p>
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<p class="article-content"><p>Welches Ziel steckt dahinter? Neben PR stehen Networking unter Frauen und der intellektuelle Gedankenaustausch an erster Stelle, weit über die medizinischen Fachgruppen und Themen hinausgehend. Großes Interesse galt den Vorträgen zum Thema Rheuma und Sexualität, zu Rehabilitation und Bewegung bei chronisch- entzündlichen Krankheiten, aber auch zum Einfluss des Lifestyles auf die Psoriasis, präsentiert von Dr. Katharina Wippel- Slupetzky, Hautambulanz im Gesundheitszentrum Wien- Nord der WGKK.</p> <h2>Lifestylefaktoren bei Psoriasis – immer ein interessantes Thema</h2> <p>Triggerfaktoren für einen Psoriasisschub stellen u.a. mechanische Reizung, Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Stress, hormonelle Umstellung und auch Medikamente dar. Studien belegen, dass Psoriatiker häufiger rauchen als die Normalbevölkerung.<sup>1</sup> Möglicherweise ist Rauchen verantwortlich für häufigere Schübe und einen schwereren Krankheitsverlauf, abhängig von Menge und Dauer des Rauchens, berief sich Wippel-Slupetzky auf die Studie von Fortes aus dem Jahr 2005.<sup>2</sup></p> <h2>Alkohol und Psoriasis</h2> <p>Ebenso existieren Hinweise auf eine erhöhte Inzidenz von alkoholabhängiger Mortalität bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis. Ausgehend davon, dass TACE („TNF-alpha-converting enzymes“) für die körpereigene Produktion von TNF alpha verantwortlich sind, begünstigt übermäßiger Alkoholkonsum offenbar die Ausbildung von TACE, deren Konzentration wiederum von der Alkoholmenge abhängig ist. Am höchsten war die Konzentration bei Studienteilnehmern nach Genuss von mehr als 40g reinen Alkohols (= ca. ½l Wein oder 1l Bier) 2–3x pro Woche.<sup>3</sup></p> <h2>Ernährung und Psoriasis</h2> <p>Bekanntlich hat Fettgewebe proinflammatorische Aktivitäten, indem proinflammatorische Zytokine durch Adipozyten und Fettgewebsmakrophagen, sogenannte Adipokine, produziert werden. Psoriasispatienten haben ein signifikant erhöhtes Risiko, an metabolischem Syndrom zu erkranken, sowie ein allgemein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen unabhängig von anderen Risikofaktoren, wobei eine Korrelation von Dauer und Schwere der Psoriasis besteht. Auch die erhöhte Mortalität und kürzere Lebenserwartung von Psoriatikern wurden mehrfach in Studien nachgewiesen.<sup>4</sup> Wie die Referentin ausführte, kann Gewichtsverlust die Psoriasis positiv beeinflussen, ja selbst Magenbypassoperationen haben schon zur Remission bei Psoriasis geführt.<sup>5</sup> Eine Besserung der Symptome entzündlicher Erkrankungen durch Fastenperioden oder Restriktion der Energiezufuhr konnte Wolfers 2006 belegen.<sup>6</sup><br /> Zur Ernährung respektive zu Diätempfehlungen bei Psoriasis liegen derzeit zwar zahlreiche Einzelberichte, jedoch keine wissenschaftlich kontrollierte Studie mit größerer Patientenzahl vor. Studien über den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren liefern widersprüchliche Ergebnisse, positive Effekte konnten mit der parenteralen Gabe bei 83 Patienten mit chronischer Plaque-Psoriasis über die Dauer von 14 Tagen im Vergleich zu Omega-6-Fettsäuren nachgewiesen werden (Verbesserung im PASI von 11,2 vs. 7,5 in der Kontrollgruppe).<sup>7</sup> Das Fazit: Eine abwechslungsreiche Diät bei Psoriasis ist sinnvoll, Omega- 3-Fettsäuren sind möglicherweise positiv, Arachidonsäure, enthalten in tierischen Lebensmitteln wie Wurst, fettreichen Fleischsorten, Schlagobers, Butter, Eiern, sollte eingeschränkt werden, da sie als Ausgangsstoff für Entzündungsbotenstoffe fungiert. Während der Wintermonate ist es sinnvoll, Vitamin D p.o. sowie Antioxidanzien (Flavonoide, Vitamin C, ß-Karotin) zu substituieren.</p> <h2>Bewegung und Psoriasis</h2> <p>Wie Wippel-Slupetzky ausführte, reduziert Bewegung Stresssymptome sowie bestehendes Übergewicht und auch TNFalpha- Spiegel können durch körperliche Aktivität unabhängig von der Verringerung des Körpergewichts gesenkt werden. Hinderlich an Aktivitäten in kurzer Sportbekleidung ist nach wie vor das Stigma der Hautläsionen im Schwimmbad und beispielsweise bei der Verwendung von Gemeinschaftsduschen. Köbner-Phänomene sind bei Sportarten wie Radfahren zu bedenken.</p> <h2>Programme der WGKK</h2> <p>Die WGKK bietet u.a. Abnehmprogramme bei Adipositas, Raucherentwöhnungsprogramme bei Nikotinabusus und psychologische Interventionen bei Stress und Stigmatisierung an. Im Falle von Infektionen verschiedenster Genese (Periodontitis) wird eine adäquate Therapie eingeleitet. Für Psoriasis-Patienten steht derzeit von der WGKK noch kein speziell zugeschnittenes Programm zur Verfügung.<br /> Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Dermatologen, Rheumatologen, Internisten, Allgemeinmedizinern, Sportwissenschaftlern und Ernährungsberatern ist erforderlich, um den Psoriasispatienten ganzheitlich zu betreuen, meinte die Dermatologin abschließend.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2017_Jatros_Derma_1701_Weblinks_s68_abb.jpg" alt="" width="1454" height="923" /></p></p>
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<p><strong>1</strong> Armstrong AW et al: Br J Dermatol 2014; 170(2): 304-14 <strong>2</strong> Fortes C e t a l: A rch D ermatol 2 005; 1 41(12): 1 580-4 <strong>3</strong> Adamzik K et al: Clin Exp Dermatol 2013; 38(8): 819-22 <strong>4</strong> Gelfand JM et al: JAMA 2006; 296(14): 1735-41 <strong>5</strong> Higa- Sansone G et al: Obes Surg 2004; 14(8): 1132-4 <strong>6</strong> Wolfers E et al: Hautarzt 2006; (57): 999-1004 <strong>7</strong> Mayer K et al: Curr Opin Clin Nutr Metab Care 1998; 1: 179-84</p>
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