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i-FemMe: Frauenkongress ging in die zweite Runde

<p class="article-intro">Dass ein medizinischer Kongress ausschließlich für Ärztinnen erfolgreich sein kann, hat der Veranstalter Pfizer schon 2015 bewiesen. Auch im Oktober 2016 trafen sich rund 100 Teilnehmerinnen, um in ungezwungener, von ehrlichen Diskussionen geprägter Atmosphäre dermatologische und rheumatologische Themen zu referieren und anschließend ausgiebig zu diskutieren.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>Welches Ziel steckt dahinter? Neben PR stehen Networking unter Frauen und der intellektuelle Gedankenaustausch an erster Stelle, weit &uuml;ber die medizinischen Fachgruppen und Themen hinausgehend. Gro&szlig;es Interesse galt den Vortr&auml;gen zum Thema Rheuma und Sexualit&auml;t, zu Rehabilitation und Bewegung bei chronisch- entz&uuml;ndlichen Krankheiten, aber auch zum Einfluss des Lifestyles auf die Psoriasis, pr&auml;sentiert von Dr. Katharina Wippel- Slupetzky, Hautambulanz im Gesundheitszentrum Wien- Nord der WGKK.</p> <h2>Lifestylefaktoren bei Psoriasis &ndash; immer ein interessantes Thema</h2> <p>Triggerfaktoren f&uuml;r einen Psoriasisschub stellen u.a. mechanische Reizung, Rauchen, Alkohol, &Uuml;bergewicht, Stress, hormonelle Umstellung und auch Medikamente dar. Studien belegen, dass Psoriatiker h&auml;ufiger rauchen als die Normalbev&ouml;lkerung.<sup>1</sup> M&ouml;glicherweise ist Rauchen verantwortlich f&uuml;r h&auml;ufigere Sch&uuml;be und einen schwereren Krankheitsverlauf, abh&auml;ngig von Menge und Dauer des Rauchens, berief sich Wippel-Slupetzky auf die Studie von Fortes aus dem Jahr 2005.<sup>2</sup></p> <h2>Alkohol und Psoriasis</h2> <p>Ebenso existieren Hinweise auf eine erh&ouml;hte Inzidenz von alkoholabh&auml;ngiger Mortalit&auml;t bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis. Ausgehend davon, dass TACE (&bdquo;TNF-alpha-converting enzymes&ldquo;) f&uuml;r die k&ouml;rpereigene Produktion von TNF alpha verantwortlich sind, beg&uuml;nstigt &uuml;berm&auml;&szlig;iger Alkoholkonsum offenbar die Ausbildung von TACE, deren Konzentration wiederum von der Alkoholmenge abh&auml;ngig ist. Am h&ouml;chsten war die Konzentration bei Studienteilnehmern nach Genuss von mehr als 40g reinen Alkohols (= ca. &frac12;l Wein oder 1l Bier) 2&ndash;3x pro Woche.<sup>3</sup></p> <h2>Ern&auml;hrung und Psoriasis</h2> <p>Bekanntlich hat Fettgewebe proinflammatorische Aktivit&auml;ten, indem proinflammatorische Zytokine durch Adipozyten und Fettgewebsmakrophagen, sogenannte Adipokine, produziert werden. Psoriasispatienten haben ein signifikant erh&ouml;htes Risiko, an metabolischem Syndrom zu erkranken, sowie ein allgemein erh&ouml;htes Risiko f&uuml;r kardiovaskul&auml;re Erkrankungen unabh&auml;ngig von anderen Risikofaktoren, wobei eine Korrelation von Dauer und Schwere der Psoriasis besteht. Auch die erh&ouml;hte Mortalit&auml;t und k&uuml;rzere Lebenserwartung von Psoriatikern wurden mehrfach in Studien nachgewiesen.<sup>4</sup> Wie die Referentin ausf&uuml;hrte, kann Gewichtsverlust die Psoriasis positiv beeinflussen, ja selbst Magenbypassoperationen haben schon zur Remission bei Psoriasis gef&uuml;hrt.<sup>5</sup> Eine Besserung der Symptome entz&uuml;ndlicher Erkrankungen durch Fastenperioden oder Restriktion der Energiezufuhr konnte Wolfers 2006 belegen.<sup>6</sup><br /> Zur Ern&auml;hrung respektive zu Di&auml;tempfehlungen bei Psoriasis liegen derzeit zwar zahlreiche Einzelberichte, jedoch keine wissenschaftlich kontrollierte Studie mit gr&ouml;&szlig;erer Patientenzahl vor. Studien &uuml;ber den Einsatz von Omega-3-Fetts&auml;uren liefern widerspr&uuml;chliche Ergebnisse, positive Effekte konnten mit der parenteralen Gabe bei 83 Patienten mit chronischer Plaque-Psoriasis &uuml;ber die Dauer von 14 Tagen im Vergleich zu Omega-6-Fetts&auml;uren nachgewiesen werden (Verbesserung im PASI von 11,2 vs. 7,5 in der Kontrollgruppe).<sup>7</sup> Das Fazit: Eine abwechslungsreiche Di&auml;t bei Psoriasis ist sinnvoll, Omega- 3-Fetts&auml;uren sind m&ouml;glicherweise positiv, Arachidons&auml;ure, enthalten in tierischen Lebensmitteln wie Wurst, fettreichen Fleischsorten, Schlagobers, Butter, Eiern, sollte eingeschr&auml;nkt werden, da sie als Ausgangsstoff f&uuml;r Entz&uuml;ndungsbotenstoffe fungiert. W&auml;hrend der Wintermonate ist es sinnvoll, Vitamin D p.o. sowie Antioxidanzien (Flavonoide, Vitamin C, &szlig;-Karotin) zu substituieren.</p> <h2>Bewegung und Psoriasis</h2> <p>Wie Wippel-Slupetzky ausf&uuml;hrte, reduziert Bewegung Stresssymptome sowie bestehendes &Uuml;bergewicht und auch TNFalpha- Spiegel k&ouml;nnen durch k&ouml;rperliche Aktivit&auml;t unabh&auml;ngig von der Verringerung des K&ouml;rpergewichts gesenkt werden. Hinderlich an Aktivit&auml;ten in kurzer Sportbekleidung ist nach wie vor das Stigma der Hautl&auml;sionen im Schwimmbad und beispielsweise bei der Verwendung von Gemeinschaftsduschen. K&ouml;bner-Ph&auml;nomene sind bei Sportarten wie Radfahren zu bedenken.</p> <h2>Programme der WGKK</h2> <p>Die WGKK bietet u.a. Abnehmprogramme bei Adipositas, Raucherentw&ouml;hnungsprogramme bei Nikotinabusus und psychologische Interventionen bei Stress und Stigmatisierung an. Im Falle von Infektionen verschiedenster Genese (Periodontitis) wird eine ad&auml;quate Therapie eingeleitet. F&uuml;r Psoriasis-Patienten steht derzeit von der WGKK noch kein speziell zugeschnittenes Programm zur Verf&uuml;gung.<br /> Eine enge interdisziplin&auml;re Zusammenarbeit von Dermatologen, Rheumatologen, Internisten, Allgemeinmedizinern, Sportwissenschaftlern und Ern&auml;hrungsberatern ist erforderlich, um den Psoriasispatienten ganzheitlich zu betreuen, meinte die Dermatologin abschlie&szlig;end.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2017_Jatros_Derma_1701_Weblinks_s68_abb.jpg" alt="" width="1454" height="923" /></p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p><strong>1</strong> Armstrong AW et al: Br J Dermatol 2014; 170(2): 304-14 <strong>2</strong> Fortes C e t a l: A rch D ermatol 2 005; 1 41(12): 1 580-4 <strong>3</strong> Adamzik K et al: Clin Exp Dermatol 2013; 38(8): 819-22 <strong>4</strong> Gelfand JM et al: JAMA 2006; 296(14): 1735-41 <strong>5</strong> Higa- Sansone G et al: Obes Surg 2004; 14(8): 1132-4 <strong>6</strong> Wolfers E et al: Hautarzt 2006; (57): 999-1004 <strong>7</strong> Mayer K et al: Curr Opin Clin Nutr Metab Care 1998; 1: 179-84</p> </div> </p>
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