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ÖGR: Osteologie – The Bone Story

Selten, aber relevant: Methotrexat kann Knochen schädigen

Bei Schmerzen und Insuffizienzfrakturen der unteren Extremität unter Therapie mit Methotrexat besteht der Verdacht auf eine seltene, aber relevante MTX-Osteopathie. Rheumatolog:innen sollten daher bei Patient:innen mit langjähriger MTX-Therapie und mechanischen Belastungsschmerzen differenzialdiagnostisch an eine MTX-Osteopathie denken. Dies trifft insbesondere auf postmenopausale Frauen zu. Die Diagnose erfolgt anhand des charakteristischen radiologischen Erscheinungsbildes. Das Absetzen von MTX ist entscheidend für den Therapieerfolg. Eine osteoanabole oder duale Therapie kann vor allem bei multiplen Frakturen erwogen werden, ist jedoch „off-label“.

Dr. Judith Haschka, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Osteologie am Hanusch-Krankenhaus in Wien, präsentierte den Fall einer 55-jährigen Patientin mit Schmerzen im Bereich beider Kniegelenke. Die Patientin litt unter beidseitigen Frakturheilungsstörungen bei Insuffizienzfrakturen der proximalen Tibiae mit anhaltenden Knochenmarksödemen seit mehr als einem Jahr. Obwohl kein Trauma vorlag, bestand aufgrund der Schmerzen eine deutlich reduzierte Belastbarkeit. Die Anamnese ergab keine weiteren Frakturen, die Familienanamnese war unauffällig. Die Patientin befand sich seit fünf Jahren in der Postmenopause, es waren keine Risikofaktoren für Osteoporose bekannt. Die Anamnese ergab jedoch auch eine bekannte Psoriasis palmaris et plantaris, ohne Hinweis auf periphere oder axiale Gelenksbeteiligung, die mit einer Dauermedikation von Methotrexat 20mg p.o. 1x pro Woche, Folsan und Oleovit D3 behandelt wurde. Drei Monate vor der Vorstellung wurde ein Therapieversuch mit Ibandronsäure unternommen, der zu einer leichten Besserung der Symptomatik geführt hatte.

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