Wie chronische Schmerzen das Gehirn verändern
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Eine neue Studie zeigt, dass chronische Schmerzen die Struktur der Grosshirnrinde verändern. Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie Schmerzen verarbeitet werden – und dass diese Veränderungen möglicherweise umkehrbar sind.
Bern. Chronische Schmerzen hinterlassen Spuren im Gehirn. Ein Team von Forschenden rund um die Neurowissenschafterin Salome Häuselmann von der Universitätsklinik für Neurologie des Inselspitals Bern verglich für eine Studie die Gehirne von 30 Personen mit chronischen primären Schmerzen mit jenen von 30 gesunden Kontrollpersonen mittels Magnetresonanztomografie.
Dabei fanden die Forschenden Veränderungen in der Faltung der Grosshirnrinde. In der linken Gehirnhälfte der Schmerzpatientinnen und -patienten war ein Areal, das Emotionen und Erinnerungen verarbeitet, stärker gefaltet als bei den schmerzfreien Personen. In der rechten Gehirnhälfte wiesen die Regionen für Sinnesverarbeitung und Schmerzbewertung flachere Furchen auf. «Das passt zu der Annahme, dass beim Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen auch emotionale und kognitive Prozesse an Bedeutung gewinnen», erklärt Häuselmann. So könne ein Teufelskreis aus Schmerzverarbeitung, Stress und negativen Emotionen entstehen. Die Erkenntnisse würden die Wichtigkeit multimodaler Therapien gegen chronische primäre Schmerzen untermauern. Zudem sei es möglich, dass sich die Hirnstruktur im Verlauf einer erfolgreichen Schmerztherapie wieder der Struktur von schmerzfreien Personen annähere, so Häuselmann: «Chronische Schmerzen müssen nicht als unveränderbarer Zustand betrachtet werden.»
Die Studie, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert wurde, sei allerdings nur eine Momentaufnahme. Es sei nicht klar, ob sich die Hirnstruktur erst durch die Schmerzen veränderte oder ob die Betroffenen nicht schon eine Veranlagung für die Veränderung hatten. Dafür seien Langzeitstudien nötig, betonten die Forschenden. (tab)
Quelle: Inselspital Bern
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