Spitalplanung: Kantone stärken Zusammenarbeit
Die Kantone wollen ihre Spitalplanung besser abstimmen und erhalten mehr Einfluss auf ambulante Tarife. Zugleich warnen sie vor einer Schwächung ihrer Steuerungskompetenzen.
Bern/Zürich. Bei der Jahrestagung in Zürich hat die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) den Fokus auf die verstärkte Zusammenarbeit bei der Spitalplanung gelegt. Die Plenarversammlung bekräftigte das Ziel, die Koordination zwischen den Kantonen systematischer zu gestalten. Auf Grundlage eines Mandats vom November 2024 hat eine Arbeitsgruppe konkrete Ergänzungen zu den bisherigen GDK-Empfehlungen ausgearbeitet. Die Kantone haben nun Gelegenheit, diese Vorschläge zu kommentieren. Spitalplanung bleibt eine kantonale Kompetenz und ist ein zentrales Instrument zur Steuerung der Gesundheitsversorgung. Sie trägt wesentlich zur Eindämmung des Kostenwachstums bei. Während die stationären Kosten in den vergangenen Jahren vergleichsweise moderat gestiegen sind, sieht die GDK weiteres Potenzial in einer vertieften interkantonalen Zusammenarbeit, um Ressourcen effizienter zu nutzen und Versorgungsqualität zu sichern.
Ein weiteres Thema war die Umsetzung der einheitlichen Finanzierung der Gesundheitsleistungen (EFAS), die seit der Annahme der Reform durch die Stimmbevölkerung im November 2024 in Vorbereitung ist. Die Kantone beteiligen sich künftig an der Finanzierung aller Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und erhalten im Gegenzug zusätzliche Steuerungsinstrumente. «Mehr mitfinanzieren und weniger steuern können – das wäre für die Kantone nicht annehmbar», betonte GDK-Präsident Lukas Engelberger im Hinblick auf politische Vorstösse, die den Einfluss der Kantone zugunsten des Bundes einschränken wollen. National- und Ständerat haben sich kürzlich für die Lockerung des Vertragszwangs ausgesprochen.
Als Teil der EFAS-Umsetzung wird die GDK ab 1. Januar 2026 Aktionärin der Organisation ambulante Arzttarife (OAAT AG). Damit leisten künftig auch die Kantone Beiträge zur Finanzierung dieser Tariforganisation. Zudem gab es personelle Veränderungen: Nach dem Ausscheiden von Martin Pfister aus dem Bundesrat übernimmt Christian Arnold, der seit Juni 2020 der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion des Kantons Uri vorsteht, neu einen Sitz im GDK-Vorstand. Jean-Pierre Gallati, der seit 2019 Aargauer Gesundheits- und Sozialdirektor ist, wurde ins Beschlussorgan der hochspezialisierten Medizin gewählt. (red)
Quelle: GDK
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