«Papiertiger» gegen zu viel Bürokratie
Sowohl die Ärzteschaft als auch die Versicherer leiden unter der zunehmenden Bürokratie. Mit der Initiative «Papiertiger» will man nun gemeinsam dagegen vorgehen.
Bern. «Unnötige Bürokratie kommt meist auf Papier oder als PDF in Praxen und Spitälern daher», erklärt die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) und ergänzt: «Genau hier setzt der ‚Papiertiger‘ an, er sensibilisiert und macht unnötige Bürokratie sichtbar, damit alle Beteiligten gemeinsam konkrete Lösungen suchen können, um das Zuviel an Bürokratie abzubauen.» Der Papiertiger ist ein Aufkleber, der an unnötigen Papieren angebracht werden kann, und zugleich der Namensgeber für die Initiative gegen zu viel Bürokratie, die erst kürzlich von der SGAIM gegründet wurde. Schon bald nach dem Start haben sich der Berufsverband der Schweizer Ärzte (FMH) und der Verband der Schweizer Krankenversicherer prio.swiss der Initiative angeschlossen. «So können die Ergebnisse aus der Initiative Papiertiger direkt in unser bestehendes Projekt zum Abbau unnötiger Bürokratie im Gesundheitswesen einfliessen», teilen FMH und prio:swiss mit, die auch schon einen Prozess entwickelt haben, in dem unnötiger administrativer Aufwand identifiziert wird und abgebaut werden kann.
Ein Grund für die überbordende Bürokratie im Gesundheitswesen sei die Zunahme an Kriterien, die seitens der Versicherer geprüft werden müssen, ehe sie die Kosten für eine Gesundheitsleistung, ein Medikament oder ein medizinisches Hilfsmittel übernehmen. Das Zuviel an Bürokratie liege aber auch am Fehlen eines funktionierenden digitalen Datenaustausches, der manuelle Doppel- und Dreifacharbeiten nötig mache.
Auslöser für den Start des «Papiertigers» war das Ergebnis einer Umfrage unter rund 1800 Gesundheitsfachpersonen. Dieses zeigte, dass ein relevanter Teil der täglichen Arbeit der Gesundheitsfachpersonen auf Bürokratie entfällt. (sst)
Quelle: SGAIM/FMH/prio:swiss
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