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OECD-Rüge wegen Long-Covid-Behandlung

Long-Covid-Patienten müssten besser behandelt werden, rügte die OECD nun ihre Mitgliedsstaaten. Passiere dies nicht, würden die Kosten im Gesundheitswesen weiter steigen.

Bern, Paris. Zwar wurde die Corona-Pandemie schon vor etlichen Jahren als beendet erklärt. An Long Covid könnte laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Hauptsitz in Paris aber auch noch in den Jahren bis 2035 ein Prozent der Bevölkerung erkranken. Das entspricht in der Schweiz 91.000 Menschen.

Die Krankheit verursacht nicht nur den Patienten und ihren Angehörigen viel Leid, sondern auch dem Gesundheitswesen hohe Kosten. Diese könnten bis zum Jahr 2035 den Umfang von bis zu 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, warnt die OECD. In der Schweiz wäre das ein Betrag in der Höhe von 1,73 Milliarden Euro. Die Kosten ergeben sich durch krankheitsbedingte Fehlzeiten, Therapien chronischer Folgeerkrankungen wie Fatigue oder Atemwegserkrankungen und ein verfrühtes Ausscheiden aus dem Berufsleben.

Die Kosten im Gesundheitswesen würden weiter steigen, wenn es in Sachen Long Covid nicht zu Änderungen komme, rügte die OECD nun ihre Mitgliedsstaaten. Long-Covid-Patienten müssten besser diagnostiziert und behandelt werden. Es mangle auch an klinischen Leitlinien und an Weiterbildungen für medizinisches Fachpersonal. Am meisten fortgeschritten seien noch Deutschland und die Niederlande. Alle übrigen 36 Mitgliedsstaaten hätten nicht einmal eine Strategie, um die Missstände in Sachen Long Covid zu beseitigen. (sst)

Quelle: OECD/APA

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