Neue KI beschleunigt klinische Studien
Ein Spin-off der Universität Bern hat eine Software entwickelt, die klinische Studien für Medizinprodukte revolutionieren könnte. Das Ziel ist ein schnellerer Zugang für Patient:innen.
Bern. Risklick, ein Spin-off der Universität Bern, hat eine neue auf künstlicher Intelligenz (KI) basierte Software für Medizinprodukte auf den Markt gebracht. «Protocol AI» ist die erste Software ihrer Art und nutzt künstliche Intelligenz, um die Entwicklung klinischer Studien zu beschleunigen und gleichzeitig die damit verbundenen Kosten und Risiken drastisch zu senken. Dieser beschleunigte Zeitplan kommt den Patient:innen zugute, da sie schneller Zugang zu neuen Behandlungen erhalten – möglicherweise zu geringeren Kosten. «Unsere Lösung hat bereits eine 50-prozentige Reduzierung der Entwicklungszeit von Studiendokumenten für Arzneimittel gezeigt, und wir erwarten ähnliche Einsparungen für Medizinprodukte mit unserer massgeschneiderten Lösung», erklärte Poorya Amini, Gründer und CEO von Risklick.
«Protocol AI» nutzt dabei Technologien zur Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) und zum maschinellen Lernen (ML), um vorhandene klinische Daten, Publikationen und behördliche Dokumente zu analysieren und so das Studiendesign zu optimieren. Das soll eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung erleichtern und eine automatische Erstellung von Protokollen für klinische Studien innerhalb weniger Minuten unter Verwendung von Large Language Models (LLM) ermöglichen. So wird beispielsweise die Entwicklungszeit von Protokollen, die als Eckpfeiler klinischer Studien fungieren, drastisch verkürzt. Mit Debiopharm, einem führenden Biotechnologieunternehmen in der französischsprachigen Schweiz, und ISS AG, Integrated Scientific Services, einem Schweizer Unternehmen für klinische Forschung mit Expertise in den Bereichen Medizinprodukte, digitale Medizin und IVD, hat Risklick bereits wichtige Akteure aus der Pharma- und Medizinprodukteindustrie als Partner gewonnen.
Die Medizinprodukteindustrie besteht überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die etwa 90 Prozent des Sektors ausmachen. Im Vergleich zur Pharmaindustrie ist der Medizinproduktesektor weniger standardisiert und verfügt über weniger Erfahrung mit klinischen Studien, verbunden mit wachsenden regulatorischen Anforderungen, die die Entwicklung von Protokollen für klinische Studien noch komplexer machen. Diese Herausforderungen wirken sich erheblich auf die Kosten, die Verfügbarkeit und die Erfolgsquoten neuer Geräte aus und beeinflussen letztlich den Zugang der Patient:innen zu innovativen Lösungen. Mit «Protocol AI» soll sich das ändern. (red)
Quelle: Risklick
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