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10. Post AAD Highlight Meeting

Alopecia areata: Induzierte Immunregulation lässt Haare wachsen

Unterschiedliche Biologika und Januskinase-Inhibitoren, die auch bei anderen Autoimmunerkrankungen der Haut zum Einsatz kommen, sind für Alopecia areata (AA) zugelassen oder werden in Studien untersucht. Die beobachteten Ansprechraten sind hoch. PD Dr. med. Antonios Kolios, Abteilung für Dermatologie und Klinische Immunologie, Spital Uster, sprach in seinem Vortrag über Therapien im experimentellen Stadium, die die Selbstregulation des Immunsystems verbessern sollen. Mittlerweile liegen dazu auch Daten in der Indikation AA vor.

Mit insgesamt 150 Postern war die Alopecia areata (AA) ein wichtiges Thema am diesjährigen Kongress der American Association of Dermatology (AAD). Die Pathophysiologie der AA beruht auf einem Angriff von CD8+ T-Zellen auf die Haarfollikelzellen. Der Mechanismus, über den es zur Aktivierung dieser T-Zellen kommt, bietet Angriffspunkte für verschiedene Biologika und Small Molecules. Mehrere Präsentationen im Rahmen des Kongresses beschäftigten sich mit Ritlecitinib, einem kombinierten Januskinase(JAK)3/TEC-Inhibitor, erläuterte PD Dr. med. Antonios Kolios, Uster. Die Kinase TEC spielt eine wichtige Rolle für die Aktivierung des T-Zell-Rezeptors. Daher wird mit Ritlecitinib auch eine Hemmung der T-Zell-Aktivität erreicht. Ritlecitinib ist für die Indikation AA bereits zugelassen, der Einsatz in anderen Indikationen wird untersucht. Die im Laufe des AAD 2026 vorgestellte Daten sprechen für gute und anhaltende Wirksamkeit. So erreichten in einer Verlängerung der ALLEGRO-Zulassungs-studien nach drei Jahren 65% der Patient:innen im Alter von über 12 Jahren einen SALT-Score von 20, einen SALT von 0 erreichten 44% der Studienpopulation.1 Bei jüngeren Patient:innen lag der SALT 20 sogar jenseits der 80%. Der SALT ist ein Instrument zur Quantifizierung des Haarverlustes bei AA, wobei SALT 100 komplettem Haarverlust und SALT 0 normaler Behaarung entspricht. Eine britische Real-World-Studie zeigte, dass mit Ritlecitinib unter Alltagsbedingungen bereits nach 24 Wochen rund ein Drittel der Patient:innen SALT 20 erreichte.2 Real-World-Daten wurden auch zu Baricitinib präsentiert. Für diese Studie wurden die Patient:innen nach der Krankheitsdauer stratifiziert, wobei sich eine gängige klinische Annahme bestätigte: Je länger die AA besteht, desto schwieriger ist sie zu behandeln, so Kolios. Bei Krankheitsdauer von maximal vier Jahren lag das SALT-20-Ansprechen nach 12 Monaten bei 67%, bei mehr als vier Jahren Erkrankungsdauer bei 33%.3

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