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Reanimationsstatus

Neue Evidenz für die Besprechung des Reanimationsstatus

Gespräche über Reanimationsmassnahmen sind im klinischen Alltag besonders herausfordernd, insbesondere wegen der oft ungünstigen und häufig überschätzten Prognose nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Eine klare Struktur, verständliche Aufklärung sowie Entscheidungshilfen unterstützen eine informierte, präferenzbasierte Entscheidungsfindung.

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist eine lebensbedrohliche Situation, deren Prognose sich trotz medizinischer Fortschritte in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert hat. Die Prognose eines «in-hospital cardiac arrest» (IHCA) ist insgesamt ungünstig; lediglich 15–34% der betroffenen Patient:innen überleben bis zum Spitalaustritt.1–4 Allerdings besteht eine erhebliche Variabilität. So ist die Überlebenswahrscheinlichkeit beispielsweise bei monitorüberwachten Patient:innen aufgrund der früheren Erkennung und rasch eingeleiteter Massnahmen höher.5 Zudem sind selbst bei erfolgreicher Reanimation mögliche kurz- und langfristige Folgen nicht zu unterschätzen. Ein relevanter Anteil der Überlebenden erleidet infolge einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie bleibende neurokognitive Beeinträchtigungen.6 Die Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) empfehlen, die Präferenzen der Patient:innen in Bezug auf den Reanimationsstatus bei Spitaleintritt zu erheben und zu dokumentieren.7 Dennoch zeigen Studien, dass solche Gespräche teilweise unzureichend geführt werden.8,9 Die Literatur zeigt, dass sich über 60% der hospitalisierten Patient:innen nicht daran erinnerten, ihren Reanimationsstatus mit behandelnden Ärzt:innen besprochen zu haben.9 Gleichzeitig bestehen verbreitete Fehlvorstellungen über Erfolgsaussichten der kardiopulmonalen Reanimation (CPR).10 Dies kann dazu beitragen, dass Entscheidungen zum Reanimationsstatus nicht auf einer realistischen Einschätzung der Prognose basieren.11 In der Allgemeinbevölkerung wird die Prognose im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes oft deutlich überschätzt.11 Vor diesem Hintergrund ist eine realistische und verständliche Aufklärung über Prognose, Erfolgsaussichten und mögliche Folgen von zentraler Bedeutung, einschliesslich belastender Komplikationen sowie der Möglichkeit eines prolongierten intensivmedizinischen Verlaufs nach initial erfolgreicher Reanimation mit späterem Versterben oder neurologisch schlechtem Outcome. Ein solcher Verlauf kann für Patientinnen und Patienten sowie Angehörige mit erheblichen emotionalen und ethischen Belastungen einhergehen. Ebenso wichtig ist es, diese Informationen in einen strukturierten Entscheidungsprozess einzubetten, der die individuellen Werte und Präferenzen der Patient:innen berücksichtigt. Daher sollte bereits bei Spitaleintritt eine strukturierte Diskussion über Reanimationsmassnahmen erfolgen.12 Ziel ist es, Patient:innen so zu informieren und einzubeziehen, dass sie gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen Entscheidungen treffen können, die ihren persönlichen Vorstellungen und Prioritäten entsprechen.13,14

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