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Frühes Hochrisiko-Prostatakarzinom

Therapieoptimierung mit Abirateron plus ADT bei M0-Patienten

Onkologie | Hämatologie
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Mit der mehrarmigen Studie STAMPEDE konnten bereits diverse Fragen zur optimierten Therapie von neu diagnostizierten Prostatakarzinompatienten mit fortgeschrittener Erkrankung beantwortet werden. Nun wurde die Zugabe von Abirateron und Enzalutamid zur ADT bei nicht metastasierten Patienten geprüft.

Die Androgendeprivationstherapie (ADT) ist seit langem der Therapiestandard beim neu diagnostizierten Prostatakarzinom. Die STAMPEDE-Studie prüfte in zwei unabhängigen Vergleichen die zweijährige zusätzliche Therapie mit Abirateronacetat plus Prednisolon sowie die zusätzliche zweijährige Gabe von Abirateron und Enzalutamid, jeweils im Vergleich zu ADT und möglicher lokaler Bestrahlung. Primärer Endpunkt war das Überleben frei von Metastasen. Insgesamt wurden 1974 Patienten in die Analyse eingeschlossen. 914 Patienten hatten von November 2011 bis Januar 2014 eine ADT mit oder ohne Abirateron erhalten und 1060 Patienten waren von Juli 2014 bis März 2016 mit einer ADT mit oder ohne Abirateron und Enzalutamid behandelt worden. Im Median waren die Patienten 68 Jahre alt und wiesen bei Studieneinschluss ein PSA von 34ng/ml und einen Gleason-Score von 8–10 auf. 39% der Patienten hatten eine nodal-positive Erkrankung und bei 85% war eine Radiotherapie geplant. Abirateron wurde über einen Zeitraum von median 23,7 Monate gegeben, in Kombination mit Enzalutamid für 20,7 Monate. Die Enzalutamid-Therapie dauerte median 23,2 Monate an. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 72 Monate; 85 Monate im Vergleich von ADT zu Abirateron und 60 Monate im Vergleich von ADT zu Abirateron plus Enzalutamid. Die Rate des Überlebens frei von Metastasen nach sechs Jahren wurde durch die Zugabe von Abirateron mit oder ohne Enzalutamid von 69% auf 82% erhöht (HR: 0,53; 95% CI: 0,44–0,64; p<0,0001). Eine 46%ige Risikoreduktion wurde mit Abirateron plus ADT beobachtet (HR: 0,54; 95% CI: 0,43–0,68), was durch die Enzalutamid-Gabe nicht gesteigert wurde (HR: 0,53; 95% CI: 0,39–0,71). Die Rate des Gesamtüberlebens nach sechs Jahren konnte durch die zusätzliche Therapie mit Abirateron und/oder Enzalutamid von 77% auf 86% gesteigert werden (HR: 0,60; 95% CI: 0,48–0,73; p<0,0001). Auch hier zeigte sich bezüglich der zusätzlichen Enzalutamid-Therapie (HR: 0,54; 95% CI: 0,39–0,76) kein großer Unterschied gegenüber der ADT plus Abirateron (HR: 0,63; 95% CI: 0,48–0,82). Die Rate des Prostatakarzinom-spezifischen Überlebens verbesserte sich durch die zusätzliche Therapie mit Abirateron mit oder ohne Enzalutamid von 85% auf 93%. Zusammenfassend erklärten die Autoren, dass die zweijährige Abirateron-basierte Therapie ein neuer Standard in der Behandlung von nicht metastasierten Prostatakarzinompatienten mit hohem Progressionsrisiko sein sollte. Die zusätzliche Gabe von Enzalutamid zu Abirateron erhöhe hingegen die Toxizität ohne einen erkennbaren Effekt auf die Wirksamkeit.

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