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HER2-positives Mammakarzinom

T-DXd ist T-DM1 in der zweiten Therapielinie überlegen

Onkologie | Hämatologie
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In einem head-to-head-Vergleich der HER2-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugate Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) und Trastuzumab-Emtansin (T-DM1) zeigte sich bei vorbehandelten Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs ein klinisch relevanter Überlebensvorteil unter T-DXd-Therapie.

Die multizentrische, offene Phase-III-Studie DESTINY-Breast03 schloss 524 Patientinnen ein, die Trastuzumab und Taxane in der fortgeschrittenen oder metastasierten Situation erhalten hatten. Primärer Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS) gemäß unabhängigem Prüfkomitee. Beim Jahreskongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) wurden Ergebnisse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16,2 Monaten für T-DXd und 15,3 Monaten für T-DM1 präsentiert. Die Studienteilnehmerinnen waren im Median 54 Jahre alt und hatten in ca. der Hälfte der Fälle einen hormonrezeptornegativen Status. Bei etwa einem Viertel der Patientinnen bestand eine stabile Hirnmetastasierung und 70% wiesen Viszeralmetastasen auf. Etwa die Hälfte der Patientinnen hatte bereits zwei oder mehr Vortherapien und etwa 61% Pertuzumab erhalten. Das Risiko für einen Progress war unter T-DXd gegenüber T-DM1 um 72% reduziert (HR: 0,28; 95% CI: 0,22–0,37; p<0,0001). Nach 12 Monaten lebten 75,8 versus 34,1% der Patientinnen ohne Progress. Das mediane PFS war unter T-DXd noch nicht erreicht und betrug unter T-DM1 6,8 Monate. Der signifikante Vorteil unter T-DXd wurde für alle untersuchten Subgruppen beobachtet. Bezüglich des Gesamtüberlebens gab es ebenfalls einen Unterschied zwischen den Kaplan-Meier-Kurven, allerdings erreichte dieser in dieser frühen Auswertung bisher nicht die prädefinierte Signifikanz (HR: 0,56; 95% CI: 0,36–0,86; p=0,0072). Der Median war in beiden Studienarmen noch nicht erreicht, die 12-Monats-OS-Rate betrug 94,1 versus 85,9%. Es sprachen 79,7 versus 34,2% der Patientinnen auf die Studienmedikationen an. Die Krankheitskontrollrate lag bei 96,6 versus 76,8%. Die mediane Dauer der Behandlung betrug 14,3 Monate unter T-DXd und 6,9 Monate unter T-DM1. Therapie-assoziierte Nebenwirkungen Grad ≥3 traten bei 45,1 versus 39,8% der Patientinnen auf. 12,8 versus 5,0% der Patientinnen brachen die Therapie aufgrund von Therapie-assoziierten Nebenwirkungen ab und bei 21,4 versus 12,6% der Patientinnen wurde die Dosis reduziert. Die häufigsten nebenwirkungsassoziierten Therapieabbrüche waren interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) oder Pneumonien (8,2%) unter T-DXd und Thrombozytopenien (2,7%) unter T-DM1-Therapie. Eine Dosisreduktion wurde am häufigsten aufgrund von Übelkeit (6,2%) und Neutropenie (3,5%) bzw. Thrombozytopenie (4,2%) und ALT/AST-Erhöhungen (je 2,7%) durchgeführt. Die Ergebnisse der DESTINY-Breast03-Studie deuten darauf hin, das T-DXd der zukünftige Zweitlinienstandard beim HER2-positiven Brustkrebs sein wird.

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