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Metastasiertes Prostatakarzinom

Kombinationstherapie verlängert Überleben bei kastrationssensitiven Tumoren

Onkologie | Hämatologie
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Mit einer ADT wurde in diversen Studien ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 33–35 Monaten beobachtet. Das mediane OS wurde durch Docetaxel auf 40–48 und durch Abirateron auf 50–56 Monate verlängert. In der PEACE-1-Studie erreichten ADT plus Docetaxel plus Abirateron ein OS von median 61 Monaten.

Während der Rekrutierungszeit zur PEACE-1-Studie (November 2013 bis Dezember 2018) änderte sich der Therapiestandard für Patienten mit metastasiertem kastrationssensitiven Prostatakarzinom (mCSPC) von einer alleinigen Androgendeprivationstherapie (ADT) zur Kombinationstherapie mit Docetaxel und Abirateronacetat/Prednisolon bzw. Radiotherapie oder neuer hormoneller Therapie. Die PEACE-1-Studie randomisierte dementsprechend im 2x2-faktoriellen Design 1173 Patienten in vier Studienarme mit Standardtherapie (ADT mit oder ohne Docetaxel), Standardtherapie plus Abirateron, Standardtherapie plus Radiotherapie und Standardtherapie plus Abirateron plus Radiotherapie. Die Patienten waren median 66 Jahre alt und wiesen in 77–79% der Fälle einen Gleason-Score ≥8 auf. Die Krankheitslast war bei einem Drittel der Patienten niedrig und bei zwei Dritteln hoch. Der mediane PSA-Wert lag bei 12,0–13,7ng/ml. 710 Patienten hatten Docetaxel erhalten und wurden bezüglich des Einflusses von Abirateron ausgewertet. Im Ergebnis konnte für die Studienarme mit Abirateron zusätzlich zur Standardtherapie eine Verlängerung des bildmorphologisch progressionsfreien Überlebens (rPFS) von median 2,0 auf 4,5 Jahre festgestellt werden (HR: 0,50; 95% CI: 0,40–0,62; p<0,0001). Patienten mit hoher Tumorlast zeigten eine Verlängerung des medianen rPFS von 1,6 auf 4,1 Jahre bei einer Risikoreduktion von 53% (HR: 0,47; 95% CI: 0,36–0,60; p<0,0001). Bei Patienten mit niedriger Tumorlast war der Median unter Abirateron-haltiger Therapie noch nicht erreicht und betrug 2,7 Jahre im Standardtherapiearm. Das Risiko für einen bildmorphologischen Progress wurde um 42% reduziert (HR: 0,58; 95% CI: 0,39–0,87; p=0,006). In der Analyse zum Gesamtüberleben konnte mit medianen Nachbeobachtungszeiten von 3,8 bis 5,7 Jahren kein Unterschied zwischen den Abirateron-haltigen Therapien und unterschiedlichen Kontrollpopulationen beobachtet werden. In der gesamten Studienpopulation wurde für die Standardtherapie ein medianes OS von 4,7 Jahren und für die Standardtherapie plus Abirateron von 5,7 Jahren beobachtet (HR: 0,82; 95% CI: 0,69–0,98; p=0,030). Patienten der Docetaxel-Population erhielten Abirateron im Median über 34 Monate. Bei ihnen betrug das mediane OS 4,4 Jahre im Standardtherapiearm, während der Median im Abirateron-Arm noch nicht erreicht war (HR: 0,75; 95% CI: 0,59–0,95; p=0,017). Der zusätzliche Effekt der Abirateron-Therapie innerhalb der Docetaxel-Population wurde insbesondere für Patienten mit hoher Tumorlast beobachtet: Das mediane OS wurde für diese Patienten durch Abirateron von 3,5 auf 5,1 Jahre verlängert und das Risiko zu versterben um 28% reduziert (HR: 0,72; 95% CI: 0,55–0,95; p=0,019). Bei Patienten mit niedriger Tumorlast wurde kein signifikanter Vorteil durch Abirateron beobachtet (HR: 0,83; 95% CI: 0,50–1,38; p=0,66).

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