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SARS-CoV-2

COVID-19-Impfung trotz Krebstherapie effektiv und sicher

Onkologie | Hämatologie
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Krebspatienten haben ein höheres Risiko für Komplikationen und einen schweren Verlauf von COVID-19. Eine Impfung wird daher unabhängig von der Therapie empfohlen. In der VOICE-Studie wurde der Einfluss von Immuntherapie, Chemotherapie und Chemoimmuntherapie auf die COVID-19-Impfung untersucht.

Krebspatienten wurden in die Zulassungsstudien der Impfungen gegen SARS-CoV-2 selten eingeschlossen und Patienten unter einer aktiven systemischen Therapie waren von den Studien sogar ausgeschlossen. Einerseits könnte durch eine Chemotherapie oder eine Immuntherapie die Fähigkeit zu einer effektiven Immunantwort beeinflusst werden und andererseits könnte das Risiko für vermehrte Nebenwirkungen erhöht sein. In der prospektiven Studie VOICE wurde die Impfung mit dem Moderna-Impfstoff mRNA-1273 in 4 Kohorten untersucht: 240 krebsfreie Partner von Krebspatienten, 131 Krebspatienten unter Immuntherapie, 229 Patienten unter Chemotherapie und 143 Patienten unter Chemoimmuntherapie. Zu den Einschlusskriterien gehörte eine Lebenserwartung >12 Monate und eine Anti-Krebstherapie bei soliden Tumoren. Ausgeschlossen waren u.a. Personen mit Immundefizienz ohne Bezug zu einer Krebserkrankung und eine immunsuppressive Therapie innerhalb von 14 Tagen vor der ersten Impfdosis. Primärer Endpunkt war ein Antikörper-Ansprechen 28 Tage nach der zweiten Impfung. Ein adäquates Ansprechen auf die erste Impfung wurde bei 66,0% der Kontrollpersonen versus 37,1%, 32,5% und 33,3% der Patienten unter Immuntherapie, Chemotherapie und Chemoimmuntherapie beobachtet. 28 Tage nach der zweiten Impfung zeigten 99,6% der Patienten in der Kontrollgruppe sowie 93,1%, 83,8% und 88,8% der Krebspatienten unter den diversen Antikrebstherapien ein adäquates Ansprechen. Im Umkehrschluss verblieben somit 6,9% der Patienten unter Immuntherapie, 16,2% unter Chemotherapie und 11,2% unter Chemoimmuntherapie ohne adäquates Ansprechen, im Vergleich mit 0,4% der Kontrollpersonen ohne Krebserkrankung. Bei den Patienten ohne Ansprechen konnte dennoch eine Spike-Protein-spezifische T-Zell-Antwort in 42,9% der Fälle beobachtet werden. Patienten mit suboptimalem Ansprechen hatten in 47,3% der Fälle ein T-Zell-Ansprechen und Patienten mit adäquatem Ansprechen in 70,5% der Fälle. Die Impfung mit mRNA-1273 war für Patienten mit soliden Tumoren unter Immuntherapie, Chemotherapie oder Chemoimmuntherapie sicher.

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