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Hormonbehandlung in den Wechseljahren

Mit Fakten gegen Mythen

<p class="article-intro">Um die Wechseljahre und die menopausale Hormontherapie (MHT) ranken sich zahlreiche Mythen – oft nicht nur bei den betroffenen Frauen, sondern auch bei den behandelnden Ärzten. Im Rahmen einer Pressekonferenz zu den aktuellen Empfehlungen hinsichtlich der Hormonbehandlung in den Wechseljahren waren auch solche Vorurteile ein Thema. Zudem gab es Hinweise für die Anwendung der MHT in der Praxis.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>O&Auml; Dr. Claudia Linemayr-Wagner vom Gesundheitszentrum Wien Mitte betonte in ihrem Vortrag, dass sich Klimakterium und Wohlbefinden nicht ausschlie&szlig;en. Wichtig sei, die Frauen in der Praxis umfassend zu informieren und zu beraten. Sie nannte dabei die h&auml;ufigsten &bdquo;Mythen&ldquo;, die sie von ihren Patientinnen zu h&ouml;ren bekommt, und lieferte die entsprechenden Fakten, um diese Vorstellungen auszur&auml;umen. Eine der h&auml;ufigsten Meinungen ist, dass man klimakterische Beschwerden aushalten muss, weil das schon immer so war. Eine MHT sei nicht n&ouml;tig und zudem gef&auml;hrlich. Dies sei falsch, so Linemayr-Wagner. Die MHT sei die wirksamste Methode zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und sollte immer eingesetzt werden, wenn die Symptome die Lebensqualit&auml;t der Frau beeintr&auml;chtigen. &bdquo;Die MHT muss an die individuelle Situation der Patientin angepasst werden: so lange wie n&ouml;tig, in der niedrigstm&ouml;glichen Dosis&ldquo;, erkl&auml;rte die Fach&auml;rztin f&uuml;r Gyn&auml;kologie.</p> <h2>Krankheitsrisiken unter MHT nicht erh&ouml;ht</h2> <p>Auch die Angst, durch eine MHT an Brustkrebs oder Herz- und Gef&auml;&szlig;krankheiten zu erkranken, sei unbe&shy;&shy;- gr&uuml;ndet, sagte sie. Das Risiko, w&auml;hrend der MHT an Brustkrebs zu erkranken, liege bei 1 pro 1.000 Frauen pro Jahr und damit niedriger als bei anderen Risikofaktoren wie Rauchen, &Uuml;bergewicht, Alkoholkonsum und zu wenig Bewegung. Dieselben Faktoren steigern auch die Wahrscheinlichkeit, an Herz- und Gef&auml;&szlig;krankheiten zu erkranken. Dagegen wirke sich eine MHT bei gesunden Frauen sogar positiv auf Herz und Kreislauf aus, sofern sie vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Menopause begonnen werde, erkl&auml;rte Linemayr-Wagner. Auch zur Vorbeugung von Knochenbr&uuml;chen infolge einer Osteoporose ist die MHT, neben regelm&auml;&szlig;iger Bewegung und der ausreichenden Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, wirksam.<br /> <br /> Viele Frauen f&uuml;rchten auch, durch die Hormone zuzunehmen. Aus das sei so nicht richtig, sagte sie. Es stimme zwar, dass es durch die nat&uuml;rlichen Ver&auml;nderungen des K&ouml;rpers mit zunehmendem Alter zu einer Gewichtszunahme kommen k&ouml;nne. Diese sei aber eher auf k&ouml;rperliche Inaktivit&auml;t, Verlust von Muskelmasse und falsche Ern&auml;hrung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Daher stimme auch nicht, dass man unter einer MHT nicht mehr auf seinen Lebensstil achten m&uuml;sse. Auch sei die Hormonbehandlung kein &bdquo;Jungbrunnen&ldquo;, der jeder Frau verschrieben werden k&ouml;nne, sondern bed&uuml;rfe einer strengen Indikation, betonte sie.<br /> <br /><strong> Tipps f&uuml;r die Praxis</strong><br /> Das Wichtigste sei eine objektive Beratung zur Wirkung und zu den Nebenwirkungen der MHT. Dazu geh&ouml;re auch die Aufkl&auml;rung &uuml;ber notwendige Begleitma&szlig;nahmen wie einen gesunden Lebensstil, so Linemayr-Wagner. Die Indikation f&uuml;r eine MHT muss anhand eines individuellen Risikoprofils der Frau gestellt werden. Ist das geschehen und hat sich die Frau f&uuml;r eine Behandlung entschieden, dann</p> <ul> <li>beginnt die MHT mit einer m&ouml;glichst niedrigen Dosis, die allm&auml;hlich gesteigert wird, bis sich die Beschwerden bessern.</li> <li>ist die Kontrolle des Hormonstatus empfehlenswert, um die Dosierung so niedrig wie m&ouml;glich halten zu k&ouml;nnen.</li> <li>ist ein j&auml;hrlicher Absetzversuch sinnvoll, um die Dauer auf das notwendige Ma&szlig; beschr&auml;nken zu k&ouml;nnen. Ausnahme ist die Osteoporosepr&auml;vention. Dazu werden MHT weiter eingenommen.</li> <li>sollten einmal pro Jahr ein Pap-Abstrich und evtl. ein vaginaler Ultraschall vorgenommen werden.</li> <li>sollten eine regelm&auml;&szlig;ige Brustuntersuchung und die &Uuml;berweisung zur Mammografie im Rahmen des Brustkrebsfr&uuml;herkennungsprogramms erfolgen.</li> </ul> <p>&bdquo;Oberstes Gebot bei der Betreuung von peri- und postmenopausalen Frauen ist die R&uuml;cksichtnahme auf die W&uuml;nsche und Beschwerden der Patientin. Nur so werden wir zufriedene und beschwerdefreie Patientinnen haben&ldquo;, schloss Linemayr-Wagner.</p></p>
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