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Mit Fakten gegen Mythen
Jatros
30
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14.07.2016
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<p class="article-intro">Um die Wechseljahre und die menopausale Hormontherapie (MHT) ranken sich zahlreiche Mythen – oft nicht nur bei den betroffenen Frauen, sondern auch bei den behandelnden Ärzten. Im Rahmen einer Pressekonferenz zu den aktuellen Empfehlungen hinsichtlich der Hormonbehandlung in den Wechseljahren waren auch solche Vorurteile ein Thema. Zudem gab es Hinweise für die Anwendung der MHT in der Praxis.</p>
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<p class="article-content"><p>OÄ Dr. Claudia Linemayr-Wagner vom Gesundheitszentrum Wien Mitte betonte in ihrem Vortrag, dass sich Klimakterium und Wohlbefinden nicht ausschließen. Wichtig sei, die Frauen in der Praxis umfassend zu informieren und zu beraten. Sie nannte dabei die häufigsten „Mythen“, die sie von ihren Patientinnen zu hören bekommt, und lieferte die entsprechenden Fakten, um diese Vorstellungen auszuräumen. Eine der häufigsten Meinungen ist, dass man klimakterische Beschwerden aushalten muss, weil das schon immer so war. Eine MHT sei nicht nötig und zudem gefährlich. Dies sei falsch, so Linemayr-Wagner. Die MHT sei die wirksamste Methode zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und sollte immer eingesetzt werden, wenn die Symptome die Lebensqualität der Frau beeinträchtigen. „Die MHT muss an die individuelle Situation der Patientin angepasst werden: so lange wie nötig, in der niedrigstmöglichen Dosis“, erklärte die Fachärztin für Gynäkologie.</p> <h2>Krankheitsrisiken unter MHT nicht erhöht</h2> <p>Auch die Angst, durch eine MHT an Brustkrebs oder Herz- und Gefäßkrankheiten zu erkranken, sei unbe­­- gründet, sagte sie. Das Risiko, während der MHT an Brustkrebs zu erkranken, liege bei 1 pro 1.000 Frauen pro Jahr und damit niedriger als bei anderen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Alkoholkonsum und zu wenig Bewegung. Dieselben Faktoren steigern auch die Wahrscheinlichkeit, an Herz- und Gefäßkrankheiten zu erkranken. Dagegen wirke sich eine MHT bei gesunden Frauen sogar positiv auf Herz und Kreislauf aus, sofern sie vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Menopause begonnen werde, erklärte Linemayr-Wagner. Auch zur Vorbeugung von Knochenbrüchen infolge einer Osteoporose ist die MHT, neben regelmäßiger Bewegung und der ausreichenden Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, wirksam.<br /> <br /> Viele Frauen fürchten auch, durch die Hormone zuzunehmen. Aus das sei so nicht richtig, sagte sie. Es stimme zwar, dass es durch die natürlichen Veränderungen des Körpers mit zunehmendem Alter zu einer Gewichtszunahme kommen könne. Diese sei aber eher auf körperliche Inaktivität, Verlust von Muskelmasse und falsche Ernährung zurückzuführen. Daher stimme auch nicht, dass man unter einer MHT nicht mehr auf seinen Lebensstil achten müsse. Auch sei die Hormonbehandlung kein „Jungbrunnen“, der jeder Frau verschrieben werden könne, sondern bedürfe einer strengen Indikation, betonte sie.<br /> <br /><strong> Tipps für die Praxis</strong><br /> Das Wichtigste sei eine objektive Beratung zur Wirkung und zu den Nebenwirkungen der MHT. Dazu gehöre auch die Aufklärung über notwendige Begleitmaßnahmen wie einen gesunden Lebensstil, so Linemayr-Wagner. Die Indikation für eine MHT muss anhand eines individuellen Risikoprofils der Frau gestellt werden. Ist das geschehen und hat sich die Frau für eine Behandlung entschieden, dann</p> <ul> <li>beginnt die MHT mit einer möglichst niedrigen Dosis, die allmählich gesteigert wird, bis sich die Beschwerden bessern.</li> <li>ist die Kontrolle des Hormonstatus empfehlenswert, um die Dosierung so niedrig wie möglich halten zu können.</li> <li>ist ein jährlicher Absetzversuch sinnvoll, um die Dauer auf das notwendige Maß beschränken zu können. Ausnahme ist die Osteoporoseprävention. Dazu werden MHT weiter eingenommen.</li> <li>sollten einmal pro Jahr ein Pap-Abstrich und evtl. ein vaginaler Ultraschall vorgenommen werden.</li> <li>sollten eine regelmäßige Brustuntersuchung und die Überweisung zur Mammografie im Rahmen des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms erfolgen.</li> </ul> <p>„Oberstes Gebot bei der Betreuung von peri- und postmenopausalen Frauen ist die Rücksichtnahme auf die Wünsche und Beschwerden der Patientin. Nur so werden wir zufriedene und beschwerdefreie Patientinnen haben“, schloss Linemayr-Wagner.</p></p>
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