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Primäre Myelofibrose

Metformin reduziert Kollagenspiegel bei primärer Myelofibrose

Hämatologie | Onkologie
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Jatros Digital
10. Dezember 2019
Bericht:
Dr. Gerhard Emrich

<p class="article-intro">In der laufenden FIBROMET-Studie wird bei Patienten mit primärer Myelofibrose (PMF) der Effekt von Metformin (MTF) auf die Knochenmarkfibrose, auf Entzündungsmediatoren, auf die JAK-STAT-Signalwegaktivierung und auf den Krankheitsverlauf untersucht. Beim ASH-Kongress wurden erste Zwischenergebnisse vorgestellt.</p> <hr /> <p class="article-content"><p>In die Phase-II-Studie wurden 11 nicht diabetische PMF-Patienten im Alter von 40 bis 84 Jahren eingeschlossen. Patienten mit schwerer Nierenfunktionsst&ouml;rung waren ausgeschlossen. Die Patienten erhielten MTF in ansteigenden Dosen bis maximal 2500mg t&auml;glich, je nach Toleranz. Prim&auml;rer Endpunkt war die R&uuml;ckbildung der Fibrose. Zu den sekund&auml;ren Endpunkten z&auml;hlten Entz&uuml;ndungsreduktion und Herunterregulierung des JAK-STAT-Signalweges. Zwei Patienten brachen MTF aus nicht Behandlungs-assoziierten Gr&uuml;nden vorzeitig ab. Die mediane MTF-Exposition betrug 10 Monate und die mittlere MTF-Dosis 2000mg/Tag.<br /> MTF wurde gut vertragen. Die h&auml;ufigste Nebenwirkung war Durchfall (n=3). Es ist kein lebensbedrohliches Ereignis aufgetreten. Unter der MTF-Behandlung war eine Abnahme des Kollagengehalts im Knochenmark zu beobachten: So lag der Kollagenspiegel vor MTF-Beginn bei 26,9 % , gegen&uuml;ber 3,8 % nach 3 Monaten (p=0,062) und 0,84 % nach 6 Monaten (p=0,125). Aufgrund der geringen Patientenzahl wurde keine statistische Signifikanz erreicht. IL-6-, IL-8- und TNF-&alpha;-Spiegel unterschieden sich nicht zwischen den Zeitpunkten. In der Durchflusszytometrie zeigte sich im Vergleich der Proben vor und 6 Monate nach MTF-Beginn ein Trend zur Abnahme der STAT3-Phosphorylierung (p=0,06). Die mittlere Fluoreszenzintensit&auml;t f&uuml;r pSTAT3 betrug vor MTF-Beginn 10,53 &plusmn; 5,75 und lag nach 3 bzw. 6 Monaten bei 7,34 &plusmn; 2,4 bzw. 5,41 &plusmn; 1,14; Die entsprechenden Raten f&uuml;r pSTAT5 betrugen 14,03 &plusmn; 7,41; 10,71 &plusmn; 7,74 und 6,03 &plusmn; 1,41. Der PCR-Array f&uuml;r Insulin-Signalgene identifizierte 21 Gene, die nach 6 Monaten MTF-Behandlung herunterreguliert waren, einschlie&szlig;lich der zuvor mit dem Ph&auml;notyp der myeloproliferativen Neoplasie (MPN) assoziierten Gene <em>INS, NOS2, VEGFA, LEP, IGFBP1</em> und <em>IRS2</em>.<br /> Fazit: In dieser Zwischenanalyse der FIBROMET-Studie erwies sich Metformin als sichere und gut vertr&auml;gliche Therapie, die bei PMF-Patienten nach 6 Monaten einen Trend zur Kollagenreduktion im Knochenmark zeigte. Eine Herunterregulierung wichtiger Gene, die mit dem MPN-Ph&auml;notyp assoziiert sind, wurde ebenfalls beobachtet.</p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p>De Melo Campos P et al.: Analysis of metformin effects on bone marrow fibrosis and disease progression in primary myelofibrosis patients: preliminary results of an open label phase II trial (FIBROMET). ASH Annual Meeting 2019, abstract #554</p> </div> </p>
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