© Pixellab - stock.adobe.com

Neues KI-Tool erkennt Blutungsstörungen

Ein neues KI-Tool hilft dabei, vor Operationen Blutungsstörungen zu erkennen und unnötige Überweisungen sowie weitere Untersuchungen zu vermeiden.

Bern. Sie werden oft für weitere Untersuchungen zu Spezialisten überwiesen: Patienten, die vor einer Operation stehen und milde Blutungsstörungen aufweisen, die oft ein schwer einschätzbares Risiko für Blutungen in sich bergen. Forscher der Insel-Gruppe, des Universitätsspitals Bern und der Universität Bern entwickelten nun ein KI-Tool, das dabei hilft, in solchen Fällen das Risiko zu erkennen und die Frage zu klären, ob die geplante Operation ohne zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden kann.

Das Tool nennt sich «Mild Bleeding Disorders»(MBD)-Check und wurde bereits von Fachpersonen aus der Chirurgie, Anästhesiologie und Hämatologie getestet. Dabei zeigte sich, dass der Check äusserst bedienungsfreundlich ist und in durchschnittlich 72 Sekunden 90,2 Prozent der Blutungsstörungen korrekt erkennt. Der Algorithmus der KI kombiniert Laborwerte, Angaben zur Blutungsgeschichte sowie das Geschlecht und berechnet auf dieser Grundlage die Wahrscheinlichkeit für das Bestehen einer milden Blutungsstörung und deren Risiko. Ausserdem zeigt der Check auf, welche Informationen besonders zum Ergebnis beigetragen haben. Dadurch können Ärzte nachvollziehen, wie das Tool zu seiner Erkenntnis kam. Der MBD-Check ist nun auch schon öffentlich zugänglich (siehe Service).

Entwickelt wurde der MBD-Check auf der Basis einer Studie. Dafür werteten die Forscher Daten von 772 Patienten mit Verdacht auf eine milde Blutungsstörung aus. Die Daten von 555 Patienten dienten zur Entwicklung des Modells, weitere 217 Patienten wurden für die externe Validierung eingesetzt. (sst)

Service: Der MBD-Check findet sich hier: Publikation

Quelle: Insel-Gruppe, Inselspital, Universitätsspital Bern

Back to top