Kaiserschnittrate bleibt auf hohem Niveau
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Die Kaiserschnittraten in der Schweiz unterscheiden sich deutlich zwischen den Kantonen. Ein neues Bulletin untersucht die Ursachen für diese regionalen Unterschiede.
Neuchâtel. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz mit ihrer Kaiserschnittrate im oberen Bereich. Rund jedes dritte Kind kommt hierzulande per Kaiserschnitt zur Welt. Während die Raten in einigen Kantonen bei rund 40 Prozent liegen, bleiben sie in der Westschweiz teilweise unter 30 Prozent.
Die neue Publikation des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums analysierte Daten von mehr als 740.000 Lebendgeburten in Schweizer Spitälern und Geburtshäusern aus den Jahren 2015 bis 2023. Untersucht wurde, inwieweit individuelle medizinische und soziodemografische Merkmale die kantonalen Unterschiede bei den Kaiserschnittraten erklären.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen demnach ein vorhergehender Kaiserschnitt, die Lage des Kindes im Mutterleib, das Gestationsalter, Plazentaerkrankungen, das Alter der Mutter sowie Mehrlingsschwangerschaften. Doch auch nach Berücksichtigung dieser Merkmale bleiben regionale Unterschiede bestehen. Dies deutet darauf hin, dass auch spitalsbezogene Faktoren eine Rolle spielen.
«Kaiserschnitte sind ein wichtiges Verfahren, um die Mortalität und Morbidität von Müttern und Neugeborenen zu reduzieren, sofern eine medizinische Indikation vorliegt», heisst es im Bulletin. «Ohne eine solche Indikation bieten sie jedoch keine Vorteile gegenüber einer vaginalen Geburt. Im Gegenteil: Als operativer Eingriff ist der Kaiserschnitt mit kurz- und langfristigen Risiken verbunden. Zudem verursachen nicht medizinisch indizierte Kaiserschnitte zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem.»
Die Ergebnisse sollen die Erkenntnisse aus dem Versorgungsatlas vertiefen und eine empirische Grundlage für die weitere fachliche Diskussion schaffen. (tab)
Quelle: Obsan
Service: Publikation
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