Immer weniger klinische Studien in der Schweiz
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Der Pharma-Branchenverband Interpharma und das Swiss Cancer Institute (SCI) zeigen auf, dass in der Schweiz immer weniger klinische Studien durchgeführt werden. Das schwäche den Forschungsstandort und schade den Patienten.
Bern. Wenn es darum geht, einen Standort für klinische Forschung zu wählen, werden neben der wissenschaftlichen Exzellenz noch etliche andere Faktoren überprüft, wie die Effizienz der Bewilligungsverfahren, Geschwindigkeit und Planbarkeit, der unbürokratische Zugang zu Studienteilnehmenden, die Verfügbarkeit von Fachkräften, der schnelle Zugang zu neuen Therapien über den regulären Vergütungsprozess oder eine funktionierende Gesundheitsdateninfrastruktur.
Während die wissenschaftliche Exzellenz in der Schweiz unbestritten vorhanden sei, gebe es bei den übrigen genannten Faktoren Verbesserungsbedarf, heisst es nun seitens des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen Interpharma und des Swiss Cancer Instituts (SCI). Nur wenn dieser Bedarf gedeckt werde, liesse sich die Attraktivität der Schweiz als Forschungsstandort erhöhen und verhindern, dass weiterhin immer weniger klinische Studien im Land durchgeführt werden: Obwohl weltweit die Zahl der durchgeführten Studien in den zehn Jahren zwischen 2014 und 2025 stieg, sank jene der in der Schweiz durchgeführten Studien im selben Zeitraum von 185 auf 137. Das entspricht einem Rückgang von mehr als einem Viertel. Der Rückgang schwächt Interpharma und SCI zufolge nicht nur den Forschungsstandort, sondern schade auch den Patienten, da er deren Zugang zu innovativen Therapien beeinträchtige.
Wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht, wenn es um die Menge der klinischen Studien geht, für die aktuell Teilnehmer gesucht werden, ist aus der Datenbank ClinicalTrials.gov des US-amerikanischen National Institute of Health ersichtlich: Mit 540 Studien liegt das Land unter 141 Ländern auf Platz 19. Auf Platz 1 liegen mit 9101 derartigen Studien die USA, gefolgt von China mit 6285 Studien und Frankreich mit 2256 Studien. Aus dieser Datenbank geht auch hervor, dass in der Zeit zwischen 2005 und 2025 die weitaus meisten klinischen Studien in den USA durchgeführt wurden, gefolgt von China und Frankreich. Innerhalb Europas liegen Spanien, Grossbritannien und Deutschland vorn. (sst)
Quellen: Verband der forschenden Pharmaunternehmen Interpharma/Swiss Cancer Institute (SCI)/National-Institute-of-Health(NIH)-Datenbank ClinicalTrials.gov
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