Etappensieg im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen
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Forschende der Universität Fribourg haben die tatsächliche Wirksamkeit eines vielversprechenden Moleküls gegen antibiotikaresistente Bakterien getestet.
Fribourg. Wissenschaftler:innen der Universität Fribourg haben in einer neuen Studie die Wirksamkeit des Moleküls Xeruborbactam gegen antibiotikaresistente Bakterien untersucht. Xeruborbactam blockiert dabei Enzyme, die Bakterien zur Abwehr von Antibiotika produzieren. Die Forschungsarbeit, die in der renommierten Fachzeitschrift «Antimicrobial Agents and Chemotherapy» veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Molekül frühere Erwartungen zwar nicht ganz erfüllt, aber dennoch als Etappensieg gewertet werden kann. In ihrer Studie konzentrierten sich die Forschenden auf zwei Bakterienarten, die für ihre Resistenz bekannt sind: Escherichia coli, das häufig Harnwegsinfektionen verursacht, und Pseudomonas aeruginosa, das schwere Infektionen der Lunge oder des Abdomens hervorrufen kann. Sie testeten dabei die Kombination von Xeruborbactam mit den Antibiotika Ceftazidim und Cefepim: Bei Escherichia coli zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Empfindlichkeit gegenüber den Antibiotika. «Es war eine sehr gute Nachricht, dass Escherichia-coli-Bakterien deutlich empfindlicher wurden», freute sich Laurent Poirel, Assistenzprofessor an der Universität Fribourg und Direktor des NARA, des nationalen Referenzzentrums für die Früherkennung neuer Antibiotikaresistenzen. Jedoch gab es auch weniger positive Ergebnisse: Gegen Pseudomonas aeruginosa war die Wirkung von Xeruborbactam deutlich schwächer.
Noch besorgniserregender sei ausserdem die Entdeckung, dass einige Stämme von Pseudomonas aeruginosa auch gegen Xeruborbactam resistent sein könnten. «Das ist alarmierend, denn wir wissen, dass dieses Enzym in vielen Ländern für zahlreiche Antibiotikaresistenzen verantwortlich ist, darunter Japan, Südkorea, China und Brasilien», betonte Christophe Le Terrier, einer der Hauptautor:innen der Studie. Die Ergebnisse dieser Studie relativieren optimistische Einschätzungen aus früheren Untersuchungen und zeigen, dass Xeruborbactam kein Allheilmittel ist. Dennoch werteten die Wissenschaftler:innen das Molekül als Etappensieg. «Wir sind noch nicht am Ziel», schliesst Poirel. «Die kontinuierliche Suche nach noch wirksameren Molekülen bleibt entscheidend.» (kagr)
Quelle: Universität Fribourg
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