Ambulante Arzttarife: TARDOC ist ab 2026 fix
Sie sind bereits registriert?
Loggen Sie sich mit Ihrem Universimed-Benutzerkonto ein:
Sie sind noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos auf universimed.com und erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln, bewerten Sie Inhalte und speichern Sie interessante Beiträge in Ihrem persönlichen Bereich
zum späteren Lesen. Ihre Registrierung ist für alle Unversimed-Portale gültig. (inkl. allgemeineplus.at & med-Diplom.at)
Nach langem Ringen kann der neue ambulante Tarif TARDOC per 1. Januar 2026 in Kraft treten. Die Tarifpartner curafutura, FMH und MTK sehen aber noch offene Fragen.
Bern. Die seit 2004 geltende Tarifstruktur TARMED für ambulante ärztliche Leistungen wird per 1. Januar 2026 durch die neue Einzelleistungstarifstruktur TARDOC sowie durch eine Tarifstruktur für Pauschalen ersetzt. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch beide Tarifstrukturen teilgenehmigt sowie Vorgaben für die Einführung der beiden Tarife festgelegt. In Bezug auf die von den Tarifpartnern unterbreiteten Anträge müssen noch Anpassungen vorgenommen werden, damit die beiden Tarife, die separat entwickelt wurden, koordiniert werden können. Um TARDOC und die ersten Pauschalen zum vorgesehenen Zeitpunkt gleichzeitig einführen zu können, müssen die Tarifpartner dem Bundesrat bis zum 1. November 2024 einen Umsetzungsvertrag vorlegen. Dieser Vertrag wird unter der Federführung der neuen Organisation ambulante Arzttarife (OAAT AG) ausgearbeitet.
Die seit 2004 geltende Einzelleistungstarifstruktur TARMED wurde nie einer Totalrevision unterzogen und in den vergangenen Jahren auch nicht mehr aktualisiert. Nach allgemeiner Auffassung ist sie heute veraltet und muss ersetzt werden. Die Tarifpartner, die die Leistungserbringer (FMH und H+) und die Versicherer (curafutura und santésuisse) vertreten, arbeiten seit Jahren an der Revision von TARMED. Im Jahr 2021 und 2022 konnte der Bundesrat die eingereichten Versionen der Einzelleistungstarifstruktur TARDOC nicht genehmigen, da sie die gesetzlich festgelegten Anforderungen, zum Beispiel hinsichtlich der Kostenneutralität, nicht erfüllten. Der Bundesrat hatte daraufhin die verschiedenen Akteure eingeladen, sich zu einigen und gleichzeitig ihre Arbeiten zur Einführung von Pauschalen für bestimmte ambulante ärztliche Leistungen fortzusetzen. Nach Ansicht des Bundesrates hat sich die Situation seit 2022 weiterentwickelt. Am 1. Januar 2024 hat die neue Organisation ambulante Arzttarife (OAAT AG), in der die Leistungserbringer und die Versicherer vertreten sind, ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist zuständig für die Erarbeitung und Weiterentwicklung von gesamtschweizerischen Tarifsystemen für ambulante ärztliche Leistungen. Die jetzige Genehmigung des Bundesrates ist jedoch nur teilweise erfolgt, und es sind noch Anpassungen erforderlich, damit die beiden Tarife per 1. Januar 2026 in Kraft treten können.
Die Tarifpartner curafutura, FMH und MTK begrüssen die in Aussicht gestellte Einführung in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Eine Beurteilung der komplexen Auflagen sei zum jetzigen Zeitpunkt ohne differenzierte und seriöse Analyse aber noch nicht möglich. Alle Tarifpartner würden nun in Zusammenarbeit mit der Tariforganisation OAAT diese Arbeiten umgehend angehen. Angesichts der Dringlichkeit einer sachgerechten Tarifierung dürfe die vom Bundesrat verlangte zeitgleiche Einführung von Pauschalen unter keinen Umständen die Einführung von TARDOC per 1. Januar 2026 gefährden oder noch einmal verzögern, hiess es. «Der TARDOC erhöht die wirtschaftliche Effizienz durch eine adäquate Ressourcenzuteilung in einem Bereich, der jährlich Leistungen im Wert von 12 Milliarden Franken oder einem Drittel der Prämien ausmacht. Zudem beseitigt er die durch TARMED verursachten Fehlanreize. Schliesslich wertet er die Grundversorgung im Bereich der Haus- und Kinderärztinnen und -ärzte sowie Psychiater und Psychiaterinnen auf und bildet das Leistungsspektrum wieder sachgerecht im Tarif ab.» (red)
Quelle: Medienmitteilungen BR, FMH, curafutura, MTK
Das könnte Sie auch interessieren:
Neues Förderprogramm für Ärzte
Mit dem Ziel, die Zahl der forschenden Ärzte zu erhöhen, wurde nun ein Förderprogramm lanciert. Gesuche können bereits jetzt und bis Ende November eingereicht werden.
Neue Empfehlungen bei schweren Lebererkrankungen
Ärzte aus Bern entwickelten neue internationale Empfehlungen mit, die dabei helfen, bei schweren Lebererkrankungen Risiken für eine Verschlechterung besser vorherzusagen.
Bei Herzkrankheit wird nun patientenzentrierte Therapie empfohlen
Nach einer Studie unter der Leitung von Schweizer Forschern wird nun für Patienten, die eine Herzklappe benötigen und verengte Herzkranzgefässe haben, eine patientenzentrierte Therapie ...