Aktualisierter Versorgungsatlas zeigt Trends auf
Der Schweizer Atlas der Gesundheitsversorgung wurde auf den neuesten Stand gebracht und zeigt verschiedene Trends auf, wie etwa zu Medikamentenabgaben.
Neuenburg. Daten bis zum Jahr 2024 statt bis 2023 enthält der aktualisierte Schweizer Atlas der Gesundheitsversorgung nun. Dies teilte das Schweizer Gesundheitsobservatorium (Obsan) kürzlich mit. Obsan betreibt den Atlas, der auch «Versorgungsatlas» genannt wird und der Planung und Steuerung der Versorgung sowie der Versorgungsforschung dient. Denn er zeigt Trends auf, etwa in der Labordiagnostik, zu Krankheiten und Medikamentenabgaben, teils auch mit regionalen Unterschieden.
Was die Abgabe von Antibiotika anbelangt, ergab sich zum Beispiel, dass 2024 im ambulanten Bereich um zehn Prozent mehr davon verordnet wurden als 2023. Bei Kindern stieg die Zahl der Verordnungen im selben Zeitraum sogar um das Dreifache. Zusätzlich bestand ein Ost-West-Gefälle: In den Kantonen der Ostschweiz wurden mehr Antibiotika verordnet als im Westen und im Zentrum der Schweiz. Ebenfalls ansteigend war die Abgabe von ADHS-Medikamenten an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wie schon seit 2015 war auch zuletzt die Verordnung von Benzodiazepinen und benzodiazepinähnlichen Substanzen rückläufig.
Hinsichtlich der Krankheiten zeigte sich bei einer der häufigen, schweren und kostenintensiven, der Sepsis, ein Trend: Die Zahl der stationären Behandlungen von Menschen mit Sepsis als Primär- oder Sekundärdiagnose stieg in den fünf Jahren von 2019 bis 2024 von 242 Behandlungen pro 100.000 Einwohner auf 245. Trotz moderner Gesundheitsversorgung starben zuletzt jedes Jahr rund 4000 Menschen mit Sepsis im Spital. Erfreulich sind dagegen zwei Trends aus dem Bereich der Labordiagnostik: So stieg von 2023 auf 2024 die Zahl der Lipidmessungen um zwölf Prozent, jene der PSA-Messungen um 14 Prozent. (sst)
Service: Weitere Informationen finden sich auf: Publikation
Quelle: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan)
Das könnte Sie auch interessieren:
Spitäler: Ohne Teuerungsausgleich droht Versorgungsabbau
Ein automatischer Teuerungsausgleich bei den Spitalstarifen ist für den Bundesrat «nicht sachgerecht». Ohne einen solchen droht laut Spitälern aber ein Versorgungsabbau.
Ärztliche Schweigepflicht soll gelockert werden
Um Gefälligkeitszeugnisse zu vermeiden und eine rasche Wiedereingliederung Erkrankter in den Arbeitsprozess voranzutreiben, soll nun die ärztliche Schweigepflicht gelockert werden.
Medizinische Universitäten auf Top-Plätzen
«Times Higher Education» (THE) hat nun neuerlich die Leistung von medizinischen Universitäten auf der ganzen Welt bewertet. Schweizer Unis schneiden wieder gut ab.