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Neurologische Erkrankungen interdisziplinär betrachten
Jatros
Autor:
Redaktion
Quelle: Pressekonferenz zur 12. Jahrestagung der ÖGN, 23. März 2015, Wien
30
Min. Lesezeit
30.04.2015
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<p class="article-intro">Im Rahmen der Pressekonferenz zur 12. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) diskutierten Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, Präsidentin elect der ÖGN, Wien, und die beiden Tagungspräsidenten, Ass.-Prof. PD Dr. Petra Schwingenschuh, Graz, und Assoz.-Prof. PD Dr. Christian Enzinger, Graz, neue Entwicklungen in der Neurologie, die als Schwerpunkte auch in das Programm der Jahrestagung aufgenommen wurden.</p>
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<p class="article-content"><p>„Neurologische Erkrankungen betreffen oft mehr als nur das Nervensystem. Wir arbeiten deshalb mittlerweile in der Abklärung, Therapie und Versorgung mit anderen Disziplinen wie der Psychiatrie, der inneren Medizin, der Neurochirurgie und der interventionellen Radiologie eng zusammen, mit dem Ziel einer gemeinsamen Lösungsstrategie“, so Dr. Fertl. Vernetzung war deshalb ein Schwerpunktthema der diesjährigen ÖGN-Jahrestagung in Graz.</p> <h2>Neurologie und Psychiatrie – Kooperation dringend gefragt</h2> <p>Von besonderer Bedeutung ist die Zusammenarbeit mit der Psychiatrie. „Das betrifft die bei vielen neurologischen Erkrankungen wie multipler Sklerose, Epilepsie und Schlaganfall häufigen psychiatrischen Begleiterkrankungen sowie den Bereich der Demenz, wo sowohl in der Diagnostik als auch in der psychosozialen Versorgung eine enge Kooperation zwischen den Fachrichtungen gefragt ist“, so Fertl. Eine besondere Herausforde­rung sind die „funktionellen Symptome“ – körperliche Be­-<br />schwerden mit psychischem Hintergrund –, denn hinter funktionellen Symptomen können sich viele Ursachen verbergen: vom Wunsch nach Zuwendung oder Erreichen einer sozialen Absicherung bis hin zur schweren psychiatrischen Erkrankung.</p> <h2><img src="/custom/img/files/files_data_Zeitungen_2015_Jatros_Neuro_1502_Weblinks_Seite15_1.jpg" alt="" width="393" height="270" /></h2> <h2><br />Tiefe Hirnstimulation bei Bewegungsstörungen</h2> <p>„Die Häufigkeit von Tremor in der Bevölkerung nimmt mit steigendem Alter zu und liegt bei über 50-Jährigen bei 15 Prozent. Der verstärkte physiologische Tremor ist am häufigsten, gefolgt von essenziellem Tremor, der keine bekannte Ursache hat und bereits im Jugendalter beginnen kann, und Parkinson-Tremor“, so Dr. Petra Schwingenschuh. Beim Morbus Parkinson ist die tiefe Hirnstimulation schon lange erprobt. Seither hat sich die Technik deutlich weiterentwickelt, die implantierten Schrittmacher werden immer kleiner, die Batterien halten länger oder sind wieder aufladbar. „Wir haben jetzt viel Erfahrung mit der tiefen Hirnstimulation und wissen, dass die Implantation gut vertragen wird und die Wirkung über viele Jahre anhält“, so Schwingenschuh. Die Patienten können damit die Medikamente, die sie nehmen müssen, deutlich reduzieren und gewinnen dadurch an Lebensqualität.</p> <h2>Thrombektomie: „Korkenzieher“ im Gehirn</h2> <p>Mit der steigenden Lebenserwartung nimmt auch die Zahl der Schlaganfälle zu. In Österreich sind es derzeit rund 25.000 pro Jahr, bis 2030 dürfte sich diese Zahl verdoppeln. „Damit steigt auch die Zahl von Personen, die einen Schlaganfall überleben, und es ist von enormer Wichtigkeit, dass sie das mit möglichst wenig Behinderung tun. Die technologische Entwicklung trägt dem Rechnung“, berichtet Dr. Christian Enzinger. „Gegenwärtig werden in kurzem Abstand neue Devices vorge­stellt, die die endovaskuläre Entfernung von Thromben aus den Gehirnarterien verbessern und erleichtern. Welche davon sich langfristig durchsetzen, wird die klinische Erfahrung zeigen. Zudem laufen derzeit größere multizentrische Studien, die den Nutzen der Therapie anhand spezieller Devices <br />zur Thrombektomie gegenüber der Standardtherapie wissenschaft­lich prüfen.“</p></p>
<p class="article-quelle">Quelle: Pressekonferenz zur 12. Jahrestagung
der ÖGN, 23. März 2015, Wien
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