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Jahreskongress der SGDV 2026

Aktinische Keratosen behandeln – Plattenepithelkarzinome verhindern

Aktinische Keratosen werden häufiger. Nach Schätzungen liegt die Prävalenz in der Schweiz in der Altersgruppe über 40 Jahre zwischen 15 und 20%, in Australien aber bereits bei 70 bis 80%. Damit steigt auch das Risiko, dass mehr und mehr Betroffene Plattenepithelkarzinome entwickeln. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt es, gefragt ist Awareness.

Die steigende Prävalenz aktinischer Keratosen (AK) wird zurückgeführt auf eine zunehmende UV-Exposition über die gesamte Lebenszeit sowie das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung, erläuterte Dr. med. Bettina Schlagenhauff, Dermacenter Küssnacht, in ihrem Vortrag beim Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV). Mangels valider Daten handelt es sich hier zwar um geschätzte Werte, doch seien diese absolut plausibel, «wenn man sich die tägliche Praxis anschaut», so Schlagenhauff. Die Konsequenzen sind unklar, es drohe einerseits die Gefahr, die Situation zu unterschätzen, andererseits aber auch die Unterversorgung mit entsprechenden Konsequenzen für die Betroffenen. Zur Frage, ob AK in ihrer Dignität unterschätzt oder überbewertet werden, gibt es verschiedene Argumente: Für letzteres sprechen die niedrige Rate der Progression zum Plattenepithelkarzinom sowie die häufigen spontanen Abheilungen. Oft werden daher AK in der Literatur als Vorstufen eines Plattenepithelkarzinoms gewertet. Allerdings verwies Schlagenhauff auf zahlreiche Studien, in denen AK dezitiert als In-situ-Karzinome bezeichnet wurden, da sie etliche molekulare Eigenschaften aufwiesen, die man von invasiven Plattenepithelkarzinomen kennt. Mehr als 60%, in manchen Studien 80%, der Plattenepithelkarzinome entstehen direkt aus AK oder aus dem assoziierten Feld. Auch ist die kumulative Zehn-Jahres-Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen bei Patient:innen mit AK wesentlich höher als in Kontrollgruppen. Für die Behandlung aller AK spreche auch die Tatsache, dass «wir nicht wissen, welche aktinische Keratose sich zum Karzinom entwickeln wird und welche nicht», so Schlagenhauff.

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