FINEARTS-HF: Finerenon wirkt bei allen Risikogruppen
Bericht:
Reno Barth
Medizinjournalist
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Die am ESC-Kongress vor zwei Jahren präsentierte Studie FINEARTS-HF zeigte bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener bzw. leicht reduzierter linksventrikulärer Auswurffraktion (HFpEF und HFmrEF, LVEF ≥40%) die Wirksamkeit des nichtsteroidalen Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (MRA) Finerenon im Vergleich zu Placebo im Hinblick auf mehrere Endpunkte. Im Rahmen der diesjährigen Scientific Sessions des American College of Cardiology (ACC.26) wurden nun Analysen von FINEARTS-HF vorgestellt, die eine noch bessere Einschätzung der Therapie ermöglichen.
Voraussetzung für den Einschluss in FINEARTS-HF waren eine strukturelle Herzerkrankung und entweder eine nicht lange zurückliegende Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz oder erhöhte NT-proBNP-Werte. Finerenon senkte in FINEARTS-HF über einen Zeitraum von 32 Monaten im Vergleich zu Placebo den primären kombinierten Endpunkt aus Herzinsuffizienzereignissen und kardiovaskulärem Tod (Rate-Ratio: 0,84; 95% CI: 0,74–0,95; p=0,007). In der Beobachtungszeit von 32 Monaten traten im Finerenon-Arm 842 Herzinsuffizienzereignisse auf vs. 1024 in der Placebo-Gruppe (Rate-Ratio: 0,82; 95% CI: 0,71–0,94, p=0,006). Erwartungsgemäss erhöhte Finerenon das Risiko einer Hyperkaliämie und verminderte das Risiko einer Hypokaliämie.1
Finerenon reduziert Risiko gemäss Risikoscore
Im Rahmen des ACC.26 wurden mehrere Studien auf Basis der Daten aus FINEARTS-HF vorgestellt. In einer präspezifizierten Analyse wurden die für die Studie EMPEROR-Preserved entwickelten Risikoscores auf die Studienpopulation von FINEARTS-HF angewendet. In EMPEROR-Preserved wurde die Wirksamkeit des SGLT2-Inhibitors Empagliflozin in der Behandlung der Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Auswurffraktion gezeigt.2 Dabei wurde ein Risikoscore basierend auf NT-proBNP und hochsensitivem Troponin T sowie einer Reihe klinischer Parameter entwickelt, der sich als Prädiktor für den Komposit-Endpunkt aus erster Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz und kardiovaskulärem Tod sowie den Endpunkten kardiovaskulärer Tod und Gesamtmortalität eignete.3 Angewendet auf das Kollektiv von FINEARTS-HF, zeigte sich, dass Finerenon durch alle Quintilen des Risikoscores das Risiko reduzierte. In Zahlen bedeutet dies: Hazard-Ratio (95% CI) für Q1: 0,83 (0,53–1,31); Q2: 0,97 (0,70–1,35); Q3: 0,84 (0,65–1,10); Q4: 0,94 (0,75–1,17) und Q5: 0,83 (0,70–0,99); p für Interaktion = 0,89. Die Arbeit wurde in JAMA Cardiology publiziert.4
Warnzeichen für den plötzlichen Herztod
Eine Post-hoc-Analyse untersuchte im Kollektiv von FINEARTS-HF die klinischen Faktoren und Entwicklungen, die mit plötzlichem Herztod assoziiert waren. Plötzlicher Herztod ist eine häufige Todesursache von Patienten mit HFpEF oder HFmrEF, bislang war jedoch unklar, ob diesem Ereignis eine klinische Verschlechterung vorausgeht. Im Kollektiv von FINEARTS-HF starben über eine mediane Beobachtungszeit von 2,7 Jahren 215 Patienten von insgesamt 6001 am plötzlichen Herztod. In den 6 Monaten vor dem Ereignis verschlechterte sich die NYHA-Klasse von rund 2,3 auf 2,4. Der Gesundheitszustand nach Selbsteinschätzung nahm um rund 8 Punkte im KCCQ-TSS ab und die NT-proBNP-Spiegel stiegen von rund 1800 auf 2000pg/ml. Im Gegensatz dazu waren Verbesserungen dieser Parameter mit Überleben assoziiert. Dies lege nahe, so die Autoren, dass zahlreiche Ereignisse nicht vollkommen plötzlich eingetreten seien und es möglicherweise gelingen könnte, durch entsprechende Anpassungen der Therapie erfolgreich zu intervenieren. Wachsamkeit sei daher geboten. Allerdings zeigen die Daten auch, dass die genannten Verschlechterungen nicht spezifisch für den plötzlichen Herztod sind, da sie auch mit Tod aus anderen Ursachen assoziiert waren. Auch diese Studie wurde in JAMA Cardiology publiziert.5
Quelle:
American College of Cardiology, Scientific Sessions 2026 (ACC.26), 28. bis 30. März 2026, New Orleans
Literatur:
1 Solomon SD et al.: Finerenone in heart failure with mildly reduced or preserved ejection fraction. N Engl J Med 2024; 391: 1475-85 2 Anker SD et al.: Empagliflozin in heart failure with a preserved ejection fraction. N Engl J Med 2021; 385: 1451-61 3 Pocock SJ et al.: Biomarker-driven prognostic models in chronic heart failure with preserved ejection fraction: the EMPEROR-Preserved trial. Eur J Heart Fail 2022; 24: 1869-78 4 Chimura M et al.: EMPEROR-Preserved risk model and outcomes in the FINEARTS-HF Trial. A prespecified secondary analysis of FINEARTS-HF. JAMA Cardiol 2026; :e261049 5 Lu H et al.: Biomarker, functional status, and quality-of-life trajectories before modes of death in heart failure. Post hoc analysis of the FINEARTS-HF randomized clinical trial. JAMA Cardiol 2026; e260682
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