Bund will Finanzierung von Giftnotruf sichern
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Nachdem die Vergiftungs-Hotline Tox Info Suisse um die Finanzierung bangen musste, gibt es nun eine Entscheidung des Bundesrates.
Bern. Lange wackelte die Finanzierung der nationalen Auskunftsstelle für Vergiftungen, Tox Info Suisse. Nun sprach sich der Bundesrat dafür aus, betroffene Branchen stärker einzubeziehen. Ziel ist eine verbindliche Beteiligung, entweder über eine Vereinbarung oder über eine Anpassung der Gesetzgebung. Tox Info bearbeitet jährlich rund 40’000 Anfragen. Am häufigsten betreffen diese Vergiftungen durch Chemikalien (33 Prozent) oder Arzneimittel (37 Prozent), daneben auch Lebensmittel, Kosmetika, Pflanzen, Pilze oder Gifttiere. Der Bundesrat betont, dass die Hersteller dieser Produkte in der Verantwortung stehen, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) strebt deshalb bis Ende 2025 eine Vereinbarung mit den Branchen an und lässt Tox Info bis April 2026 extern überprüfen.
Kommt keine Vereinbarung zustande, soll eine Gesetzesänderung greifen. Geplant ist eine Anpassung des Chemikaliengesetzes und des Heilmittelgesetzes, wonach Hersteller und Zulassungsinhaber verpflichtet werden, eine Auskunftsstelle zu betreiben und mitzufinanzieren. Betroffen wären rund 5000 Chemikalienhersteller und 1000 Arzneimittelanbieter. Die zusätzlichen Kosten pro Firma sollen im niedrigen drei- bis vierstelligen Bereich liegen. Bund und Kantone wollen ihre bisherigen Beiträge beibehalten.
Bisher wurde Tox Info durch private Träger, Bund, Kantone und weitere Quellen wie Spenden oder Verträge mit Spitälern finanziert. Da sich private Träger zuletzt zurückgezogen haben, konnten die jährlichen Kosten von rund 4,35 Millionen Franken nicht mehr gedeckt werden. Das Defizit lag 2024 bei rund 800'000 Franken. Eine vollständige Übernahme der Mehrkosten durch die öffentliche Hand ist aufgrund der Finanzlage ausgeschlossen. (red)
Quelle: BAG
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