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Entwicklungen und Innovationen in der dermatologischen Forschung

<p class="article-intro">In den Vorträgen zum Thema „Wissenschaft, die Wissen schafft“ berichteten junge Dermatologen auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) über die aktuellen Entwicklungen auf ihren Fachgebieten. Ein Schwerpunkt lag auf der Erforschung von Therapien für die Epidermolysis bullosa, eine Orphan Disease, für welche ein dringender Bedarf an effektiven Maßnahmen besteht. Im Bereich der Dermatoonkologie wurden Paradigmen infrage gestellt und Hypothesen für mögliche neue Therapieansätze präsentiert.</p>
<hr /> <p class="article-content"><h2>Paradigmenwechsel in der Dermatoonkologie</h2> <p>Dr. Christian Posch, Leiter der Dermato- Onkologie an der Klinik und Poliklinik f&uuml;r Dermatologie und Allergologie am Biederstein, M&uuml;nchen, referierte &uuml;ber das Thema &bdquo;Dermato-onkologische Paradigmen im Wandel&ldquo; und erkl&auml;rte zum Titel seines Vortrags: &bdquo;Die be- und entstehenden Modelle sind nur Kr&uuml;cken, die uns helfen, uns zu orientieren, aber sie m&uuml;ssen genauso zulassen, dass wir sie hinterfragen!&ldquo; Diese Kernaussage erl&auml;uterte er anhand einiger konkreter Beispiele aus wissenschaftlichen Untersuchungen, an denen er ma&szlig;geblich beteiligt war.<br /> 85 % der Uvealmelanome weisen eine &bdquo;G protein subunit alpha q&ldquo; <em>(GNAQ)</em> oder <em>GNA11</em>-Mutation auf. Das dahingehend bestehende Paradigma ist, dass GNAQ nicht zielgerichtet blockiert werden kann. GNAQ ist ein sehr gering immunogenes Onkogen, verschiedene Molek&uuml;le von Signalwegen sind ihm nachgeschaltet &ndash; da es sich aber bei GNAQ um keine Kinase handelt, f&auml;llt auch die Option der Therapie mit einem Tyrosinkinaseinhibitor aus.<sup>1, 2</sup><br /> Posch und spanische Nanopartikelwissenschaftler haben die Hypothese aufgestellt, dass durch Unterdr&uuml;ckung der mRNA die Produktion des defekten Gens unterbunden werden k&ouml;nnte. Dazu wurden Goldnanopartikel entwickelt, die ein Spiegelbild der defekten mRNA von <em>GNRQ</em> darstellen. In dem Moment, in dem das mutierte mRNA-Molek&uuml;l auf sein Spiegelbild trifft, erfolgt eine Bindung. Durch Anlegen eines Fluorophors wird zu diesem Zeitpunkt ein gr&uuml;nes Aufleuchten erzeugt. &Uuml;ber ein Linkermolek&uuml;l wurde auch eine Verbindung zu Doxorubicin hergestellt. Es konnte gezeigt werden, dass die Zielzelle mittels der Goldnanopartikel tats&auml;chlich erreicht und eine Reduktion der Viabilit&auml;t der mutierten Zellen erzielt wurde.<sup>3&ndash;5</sup> &bdquo;Wir sind zwar noch weit weg von der klinischen Praxis, aber die Ergebnisse zeigen, dass es schon therapeutische M&ouml;glichkeiten gibt, die wir nutzen k&ouml;nnen&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich Posch zu diesen Erkenntnissen.<br /> Ein weiteres Paradigma betrifft die Anti-PD-1-Immuntherapie (IO). PD-1 (&bdquo;programmed cell death protein 1&ldquo;) ist ein wichtiger Marker, der prim&auml;r auf Immunzellen exprimiert wird &ndash; durch Blockade von PD-1 mittels eines Antik&ouml;rpers kann die antitumor&ouml;se Aktivit&auml;t der TZellen wieder erreicht werden. PD-1 wird allerdings auch auf Tumorzellen exprimiert. Posch und Kollegen konnten im Mausmodell zeigen, dass bei den mit einem PD-1-Inhibitor therapierten M&auml;usen der Tumor langsamer w&auml;chst als bei den Kontrollen, diese M&auml;use jedoch den Nachteil haben, dass sie &uuml;ber keine adaptive Immunit&auml;t verf&uuml;gen.<sup>6</sup> &bdquo;Das bestehende Paradigma lautete, dass die PD-1-Inhibition eine reine IO ist. Gibt es noch weitere Funktionen von PD-1, die wir noch nicht in vollem Ausma&szlig; verstanden haben? Wir wissen, dass wir daraus auch eine Weiterentwicklung der PD-1-gerichteten Therapie anstreben k&ouml;nnen: Die Struktur von PD-1 auf Tumorzellen k&ouml;nnte durchaus unterschiedlich sein. Vielleicht schaffen wir es, Antik&ouml;rper zu entwickeln, die gegen die Tumor- und gegen die Immunzellen gerichtet sind, und k&ouml;nnen so die weitere Verbesserung dieses Paradigmas vorantreiben&ldquo;, erl&auml;uterte Posch.</p>

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