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Es geht nicht um die Frage, ob, sondern wie wir screenen

Organisiertes PSA-Screening senkt Testzahlen und Überdiagnosen

Das zentrale Argument gegen ein organisiertes, populationsbasiertes PSA-Screening ist seit Jahrzehnten das gleiche: Mehr systematisches Testen bedeute zwangsläufig mehr Überdiagnosen und Übertherapie. Diese Rechnung übersieht jedoch einen entscheidenden Punkt: Es wird bereits massiv PSA getestet – nur ungeordnet, unkontrolliert und ohne Qualitätssicherung.

In England erhielten zwischen 2000 und 2018 rund 1,5 Millionen von etwa 10 Millionen Männern insgesamt fast 4 Millionen PSA-Tests, mit den höchsten Testraten bei Männern im Alter von über 70, 80 und sogar 90 Jahren. Es ist genau der Zeitraum, in dem das Überdiagnoserisiko am höchsten und der Mortalitätsbenefit am geringsten ist. Österreich unterscheidet sich hier kaum: Nach Daten der Österreichischen Gesundheitskasse erhalten rund 40% der 45- bis 79-jährigen Männer einen PSA-Test, bei den 80- bis 94-Jährigen sind es sogar etwa 50%. Die Frage lautet daher nicht, ob wir auf Prostatakrebs screenen – denn das tun wir längst –, sondern wie gescreent wird: Soll weiter mit der derzeitigen Politik des opportunistischen Testens verfahren werden oder mit einem organisierten, risikoadaptierten Programm? Anders formuliert: Führen wir die PSA-Früherkennung gut durch oder gar nicht?

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