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Primäre Dysmenorrhö

Schmerzlinderung mit Probiotika

Eine tägliche Probiotikaeinnahme könnte Frauen mit primärer Dysmenorrhö helfen – zumindest solange sie das Präparat kontinuierlich einnehmen. Das zeigt eine asiatische Studie mit Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämmen.

Die doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie aus Thailand untersuchte junge Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren mit moderater bis schwerer primärer Dysmenorrhö, also Menstruationsschmerzen ohne nachweisbare gynäkologische Grunderkrankung.1

Insgesamt wurden 48 Teilnehmerinnen nach dem Zufallsprinzip entweder einer Probiotika- oder einer Placebogruppe zugeteilt. 40 Frauen beendeten die Studie und gingen in die Auswertung ein. Die Intervention dauerte drei Menstruationszyklen, anschließend wurden die Teilnehmerinnen weitere drei Monate beobachtet. Das Probiotikum enthielt mehrere Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme sowie Inulin und Polydextrose, die tägliche Dosis lag bei über 25 Milliarden koloniebildenden Einheiten. Die Placebogruppe erhielt nur Inulin.

Signifikante Schmerzreduktion

Hauptendpunkt war die Schmerzstärke auf einer visuellen Analogskala von 0 bis 10. Zu Beginn waren die Gruppen vergleichbar: Die Frauen in der Probiotikagruppe berichteten im Mittel 6,1 Punkte, jene in der Placebogruppe 6,3 Punkte. Bereits nach einem Monat zeigte sich ein Unterschied zugunsten der Probiotika. Nach drei Monaten lag der mittlere Schmerzscore in der Probiotikagruppe bei 3,7 Punkten, in der Placebogruppe bei 5,8 Punkten (VAS; Probiotika: 3,7 ± 1,84 vs. Placebo: 5,8 ± 2,14; p<0,01). Damit erreichte die Reduktion nicht nur statistische Signifikanz, sondern auch eine klinisch relevante Größenordnung.

Effekt lässt nach Absetzen nach

Nach Absetzen der Supplementierung war der Effekt jedoch weniger stabil. Im vierten Monat war der Unterschied nicht mehr signifikant, im fünften Monat zeigte sich nochmals ein Vorteil, im sechsten Monat verfehlte dieser knapp die Signifikanz. Die Autor:innen interpretieren dies als Hinweis darauf, dass eine fortlaufende Einnahme nötig sein könnte, um den Nutzen aufrechtzuerhalten.

Auf andere Menstruationsparameter wirkte sich die Probiotikagabe nicht erkennbar aus. Zyklusdauer und geschätzte Blutungsmenge unterschieden sich nicht relevant zwischen den Gruppen. Auch die Verträglichkeit war insgesamt gut: Es traten keine schweren Nebenwirkungen auf. Einzelne Teilnehmerinnen brachen die Studie wegen Beschwerden wie Durchfall, Akne, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen ab, die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war jedoch in beiden Gruppen gleich.

Mögliche Erklärungen

Biologisch plausibel ist der Ansatz, weil primäre Dysmenorrhö nicht nur durch Prostaglandine, sondern auch durch entzündliche und neuroendokrine Prozesse beeinflusst wird. Probiotika könnten über Darmmikrobiom, Immunmodulation und die Darm-Hirn-Achse auf Schmerzverarbeitung und Entzündungssignale einwirken.

Trotz der positiven Ergebnisse hat die Studie Limitierungen: Die Untersuchung war klein, monozentrisch, auf eine junge asiatische Population beschränkt und analysierte nur die Teilnehmerinnen, die die Intervention abgeschlossen hatten. Zudem wurden keine Entzündungsmarker, Prostaglandine oder Mikrobiomdaten erhoben, sodass der Mechanismus offenbleibt. Für die Praxis liefert die Studie daher keinen Beweis für eine breite Empfehlung, aber ein interessantes Signal: Multispezies-Probiotika könnten eine gut verträgliche, nichthormonelle Zusatzoption für Frauen mit primären Regelschmerzen sein – vorausgesetzt, größere Studien bestätigen Wirksamkeit, optimale Dauer und geeignete Präparate. (red)

1 Vallibhakara O et al.: Efficacy of probiotic supplementation in reducing primary dysmenorrhea: a double-blinded randomized controlled trial. Sci Rep 2026; 16(1): 13873

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