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Die Österreichische Ärztekammer präsentierte aktuelle Zahlen

Ärztestatistik 2025: Frauenanteil steigt, Altersgipfel liegt bei 63 Jahren

Laut der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) werden in den kommenden zehn Jahren mehr als ein Drittel der heute tätigen Ärzt:innen das Pensionsalter erreichen oder überschreiten. Sie fordert daher Maßnahmen zur Sicherung der medizinischen Versorgung.

Gemäß der Ärztestatistik 2025 liegt die Zahl der in Österreich tätigen Ärzt:innen zum 31. Dezember 2025 bei 53353, der Frauenanteil beträgt mittlerweile 50,4%. Besonders hoch ist der Anteil von Ärztinnen in der Allgemeinmedizin mit 60,3 % sowie bei Turnusärzt:innen (57,9%), bei den Fachärzt:innen sind es 43%.

Im Vergleich zu 2015 sind Ärztinnen heute in allen Tätigkeitsbereichen deutlich stärker vertreten, wie ÖÄK-Kammeramtsdirektor Dr. Lukas Stärker in einer Pressekonferenz der ÖÄK erklärte. Zwar würden Frauen weiterhin häufiger als Männer ausschließlich im Angestelltenverhältnis arbeiten, zugleich steige jedoch ihre Präsenz im niedergelassenen Bereich kontinuierlich. „Der prozentuale Anteil der Männer in Wahlärzt:innenbereich verändert sich kaum und die Ärztinnen holen hier deutlich auf“, so Stärker.

Altersgipfel liegt bei 63 Jahren

Auch die Alterszusammensetzung habe sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Per 31.12.2025 waren 32,7% der Gesamtärzt:innenschaft über 55 Jahre alt. Diese erreichen in den nächsten zehn Jahren das Regelpensionsalter oder werden es überschreiten. Besonders auffällig ist hier der niedergelassene Sektor (und damit die wohnortnächste Patient:innenversorgung), der seinen Altersgipfel bei 63 Jahren hat. Insgesamt werden 18346 Ärzt:innen in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter von 65 Jahren erreichen bzw. überschreiten. „Dank der Anpassung des Regelpensionsalters für Frauen hat sich die Situation zwar etwas entschärft, dennoch ergibt sich ein jährlicher Nachbesetzungsbedarf von 1836 Ärzt:innen pro Jahr, allein um eine Aufrechterhaltung des Status quo der Kopfzahl zu gewährleisten“, resümierte Stärker.

Unterschiedliche Daten zur Ärzt:innendichte

„Die immer wieder angeführte OECD-Darstellung zur hohen Ärzt:innendichte muss in den richtigen Kontext gesetzt werden“, stellte Stärker zudem klar. Man könne keine Äpfel mit Birnen vergleichen – und auch trotz dieses illegitimen Vergleichs lande Österreich anders als in den vergangenen Jahren mit einem aktuellen Wert von 5,64 Ärzt:innen (Kopfzahl) je 1000 Einwohner:innen auf Platz 3 der Vergleichsländer hinter Griechenland und Italien. Die zugrunde liegenden Datendefinitionen der Länder weisen zum Teil große Unterschiede hinsichtlich der betrachteten Datenmenge auf. Grundsätzlich habe Österreich zahlenmäßig genügend Ärzt:innen, um die Gesundheitsversorgung abzusichern: „Es gibt also keinen Ärzt:innenmangel an sich, sondern einen deutlichen Mangel im öffentlichen System, sei es im Kassenbereich oder in den Krankenhäusern“, führte Stärker aus.

Teilkassenstellen fördern, Fachärzt:innenzentren in ärztlicher Hand

Es sei erfreulich, dass im Rahmen der Gesundheitsreform auch Teilkassenstellen ein Thema sind: „Jede Ärztin und jeder Arzt mit einem Kassenvertrag ist ein Gewinn für das Gesundheitssystem – unabhängig von den geleisteten Arbeitsstunden“, führte ÖÄK-Präsident OMR. Dr. Johannes Steinhart aus: „Wer mehr in Teams arbeiten möchte, soll das auch unkompliziert dürfen – umgekehrt dürfen aber Einzelordinationen nicht vernachlässigt werden, denn sie sind eine tragende Säule der niedergelassenen Versorgung“, sagte er. In Bezug auf die Fachärzt:innenzentren müsse eines klar sein: „Diese Fachärzt:innenzentren müssen unbedingt – genauso wie Primärversorgungseinheiten – in ärztlicher Hand bleiben, um nicht die Türen für private Investoren zu öffnen“, betonte der ÖÄK-Präsident.

Wahlärzt:innen für Sozialversicherung kostengünstiger

Mit Blick in die Zukunft sollte daher das öffentliche Gesundheitssystem ausgebaut werden. „Definitiv keine Lösung ist, dass das sehr gut funktionierende Wahlärzt:innensystem von manchen Politiker:innen und Kassenvertreter:innen schlecht geredet und behindert wird“, sagte Steinhart. Das rasch wachsende Wahlärzt:innensystem sei ja unter anderem eine Reaktion darauf, dass das Kassensystem strauchelt und Versorgungslücken größer werden. Hier müsse die Ursache behandelt werden, nicht die Folge: „Man darf auch nicht übersehen, dass von Wahlärztinnen und Wahlärzten erbrachte Leistungen für die Sozialversicherungen besonders kostengünstig sind, denn sie bezahlen maximal 80% der Kassentarife“, führte er aus. Das sei für die Sozialversicherung günstiger als der Ausbau von Kassenstellen: „Ohne Wahlärztinnen und Wahlärzte, die die Probleme im kassenärztlichen Bereich bis zu einem gewissen Grad auffangen, hätte die Sozialversicherung viel größere Probleme“, betonte der ÖÄK-Präsident. Zudem zeige die Ärztestatistik, dass sich im zeitlichen Verlauf viele Ärztinnen für eine Wahlärzt:innenordination entscheiden. „Wahlärztinnen sind wesentlich freier in der Zeiteinteilung und können Beruf und Familie viel besser vereinbaren“, stellte Steinhart klar. Der aktuelle Trend in der Ärztestatistik zeige deutlich: „Wenn die Sozialversicherung die Arbeitsbedingungen nicht verbessert, wird sich diese Tendenz weiter verstärken“, sagte Steinhart.

Perspektiven für Jungärzt:innen

Zudem benötige es eine EU-weite Quote von Mindeststudienplätzen, um Sogwirkungen zwischen den Ländern zu minimieren. In Österreich sollten Absolvent:innen des Medizinstudiums sofort nach Abschluss des Studiums Ausbildungsstellen angeboten werden: „Sie brauchen konkrete Perspektiven, sie dürfen nicht, wie es gegenwärtig vielfach der Fall ist, zum Teil jahrelang auf eine Ausbildungsstelle warten müssen“, betonte Steinhart. Es liege in der Verantwortung und in der Hand der Spitäler, wie viele Ärzt:innen in Basisausbildung aufgenommen werden.

Die gesamte Ärztestatistik ist hier publiziert: https://www.aerztekammer.at/daten-fakten . (red)

Presseinformation der ÖÄK vom 29.7.2026

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