Die Kräuterpollensaison beginnt!
Autoren:
Dr. Markus Berger1–3
Lukas Dirr, MSc3,4
Dr. Johannes M. Bouchal3,4
1HNO-Abteilung, Klinik Landstraße,
Wiener Gesundheitsverbund
2Allergiezentrum Wien West
3Österreichischer Polleninformationsdienst
4Abteilung für Strukturelle und Funktionelle Botanik, Fakultät für Lebenswissenschaften, Universität Wien
E-Mail: markus.berger@pollenresearch.com
Mit dem Beginn der Hauptblüte des Gemeinen Beifußes und dem Start der Ragweed-Saison steigt die Allergenbelastung im August für viele Allergiker:innen deutlich an. Zudem tragen auch spätblühende Gräser und Pilzsporen zu einer anhaltend hohen Belastung bei, weshalb eine frühzeitige Information und Prävention besonders wichtig sind.
Ein kurzer Rückblick: Im Juli sanken die Gräserpollenkonzentrationen im Flachland auf die für den Hochsommer üblichen geringen bis mäßigen Werte. Die Hauptblüte verlagerte sich auf Almen und Bergwiesen. In den Wäldern begann die Blüte der schattenliebenden Gräser. Die Niederschläge Anfang Juli führten dazu, dass die Pilzsporenkonzentrationen stark anstiegen und erste Belastungsspitzen erreichten.
Worauf müssen sich Allergiker:innen einstellen?
Beifuß
In den kommenden Wochen ist die Hauptblüte des Gemeinen Beifußes zu erwarten. Dieses aromatisch duftende Kraut ist hochallergen. Es zählt mit der Birke und den Gräsern zu den drei häufigsten Auslösern einer Pollenallergie in Österreich und erreicht meist Mitte August den ersten Belastungsgipfel. In den vergangenen Jahren hat sich die Beifußpollensaison im Osten Österreichs verändert. Zusätzlich zum Gemeinen Beifuß beginnen sich zwei weitere Arten, der einjährige Beifuß und der Kamtschatka-Beifuß, zu etablieren. Sie können für einen zweiten Belastungsgipfel Mitte September sorgen. Dichte Bestände, wie sie an Bahndämmen, Schuttplätzen, Straßenrändern sowie entlang von Bach- und Flussläufen auftreten, sollten von Personen mit Beifußpollenallergie gemieden werden. Bei dieser Gruppe von Allergiker:innen können u.a. Kreuzreaktionen auf Sellerie, Karotte und Kamille auftreten.
Gräser und Kräuter
Die spätblühenden Gräser bleiben ebenfalls im August ein relevantes Allergen in der Umgebungsluft. Neben Gräsern blühen weiterhin Brennnessel, Ampfer, Wegerich und Fuchsschwanzgewächse. Deren Pollen können die Gesamtbelastung der Luft weiter erhöhen.
Auch die Pilzsporen bleiben im feucht-warmen Augustwetter eine relevante Allergenquelle. Besonders nach Niederschlägen setzen viele Pilze vermehrt Sporen frei, wodurch kurzfristige Belastungsspitzen auftreten können.
Was außerdem in der Luft ist
Ragweed
Im August beginnt auch die Ragweed-Blüte. Dieser stark invasive Neophyt ist in Ostösterreich bereits fest etabliert und breitet sich entlang der Hauptverkehrsrouten auch im Rest von Österreich aus. Ragweed ist hochallergen, bereits wenige Pollenkörner pro Kubikmeter Luft reichen aus, um bei sensibilisierten Personen Symptome auszulösen. Um Populationen von Ragweed und deren Ausbreitung in Österreich zu dokumentieren, gibt es seit 2017 die Citizen-Science-Plattform „Ragweed Finder“ ( https://www.ragweedfinder.at/ ). Meldungen können entweder über die Website oder per App (für Android und iOS) erfolgen. Die Meldungen werden von Experten des Teams überprüft, grafisch auf einer Landkarte dargestellt und in regelmäßigen Abständen an die zuständigen Stellen in den Bundesländern weitergeleitet. Diese können die Fundmeldungen dann heranziehen, um weitere Schritte zu veranlassen. Wenn Sie bei Unternehmungen im Freien Ragweed-Populationen entdecken, können diese einfach über die Website oder per App gemeldet werden.
Weitere Informationen und Links
Für detailliertere Informationen zum Pollenflug in Österreich konsultieren Sie gerne die kostenlosen Services des österreichischen Polleninformationsdienstes. Entweder über polleninformation.at oder die Pollen+ App (verfügbar für Android und iOS).
Links:
Ragweed Finder: https://www.ragweedfinder.at/
Ragweed Finder App: https://onelink.to/dry4t2
Polleninformation.at: https://www.polleninformation.at/
Pollen+ App: https://onelink.to/pollenapp
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