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Aktuelle Pollenbelastungen

Ragweed, spätblühende Beifußarten und Schilf!

Die Pollensaison ist noch nicht vorbei: Ragweed, spätblühende Beifußarten und Schilf können weiterhin Beschwerden verursachen. Goldrute und Pilzsporen sorgen im Spätsommer und Frühherbst für zusätzliche Belastung.

Ein kurzer Rückblick: Im August blieben die Gräserpollenkonzentrationen auf dem für den Hochsommer typischen niedrigen Niveau. Eine Nachblüte der Gräser wurde durch die Trockenheit verhindert. Die Blüte des Gemeinen Beifußes erreichte im Osten Österreichs in der ersten Augusthälfte ihren Höhepunkt, im Westen wurde dieser etwas zeitversetzt in der zweiten Hälfte des Monats registriert. Mitte August begann die Ragweed-Blüte in den pannonisch geprägten Regionen Ostösterreichs. Auch die Pilzsporenkonzentrationen erreichten im August mehrere Belastungsspitzen.

Worauf müssen sich Allergiker:innen in den kommenden Wochen einstellen?

Ragweed: per App dokumentieren

Die Ragweed-Blüte (Ambrosia artemisifolia) schreitet voran. Dieser aus Nordamerika stammende Neophyt ist hochallergen. Bereits wenige Pollenkörner pro Kubikmeter Luft können bei sensibilisierten Personen Symptome auslösen. Im Burgenland, im Wiener Becken, in der Südsteiermark und in Kärnten hat sich der invasive Korbblütler bereits fest etabliert. Auch im Westen Österreichs im Inntal gibt es bereits einige Hotspots mit dichten Beständen.

Um die Verbreitung von Ragweed in Österreich zu dokumentieren, gibt es seit 2017 die Citizen-Science-Plattform „Ragweed Finder“. Funde können entweder über die Website ragweedfinder.at oder per App (für Android und iOS) gemeldet werden. Die Meldungen werden von Experten des Teams überprüft und grafisch auf einer Landkarte dargestellt. In regelmäßigen Abständen werden die Fundmeldungen außerdem an die zuständigen Stellen in den Bundesländern weitergeleitet. Diese können die Fundmeldungen nutzen, um weitere Maßnahmen einzuleiten.

Beifuß: verlängerte Vegetationsperiode

In den letzten Jahren zeigt sich bei der Beifußpollensaison eine interessante Entwicklung. Durch den Klimawandel hat sich die Vegetationsperiode in Österreich verlängert. Davon profitieren insbesondere der Einjährige Beifuß (Artemisia annua) und der Kamtschatka-Beifuß (Artemisia verlotiorum). Beide Arten beginnen erst zwischen Mitte und Ende September zu blühen. In Jahren mit einem milden und sonnigen September, wie es 2024 der Fall war, fiel die Blüte dieser spätblühenden Korbblütler im Osten Österreichs sogar stärker aus als die des Ende Juli bis Anfang August blühenden Gemeinen Beifußes. Sollte der heurige September ebenfalls mild und sonnig werden, könnte sich dieses Phänomen wiederholen.

Goldrute: unterschätzte Belastung

Die Goldrute (Solidago) ist ein unterschätzter Allergieauslöser: Ihre Blütezeit fällt in den Spätsommer, wo sie die Pollenbelastung zusätzlich erhöht. Zwar ist ihr Pollen schwer und wird vor allem durch Insekten übertragen, doch in unmittelbarer Nähe – etwa im Garten oder an Wegrändern – kann die Goldrute Beschwerden auslösen. Zudem wird die Pflanze oft mit der deutlich aggressiveren Ambrosia verwechselt, die zeitgleich blüht. Dadurch gerät die Goldrute als eigenständiger, wenn auch schwächerer Reizfaktor leicht in Vergessenheit. Allergiker sollten sie daher bei Spätsommerbeschwerden nicht vorschnell ausschließen.

Schilf: vom Neusiedler See nach Wien

Neben den Korbblütlern blüht Mitte September auch das Schilf. Das ist besonders für Personen relevant, die auf Gräserpollen sensibilisiert sind. Bei Spaziergängen im Spätsommer entlang stehender Gewässer sollte dies berücksichtigt werden. Der Schilfgürtel des Neusiedler Sees ist der größte zusammenhängende Schilfgürtel Mitteleuropas und produziert große Mengen an Pollen. Bei geeigneter Windrichtung können diese bis nach Wien gelangen und dort erneut zu einem Anstieg der Pollenbelastung führen. Auch spätblühende Ziergräser können in Siedlungsgebieten lokal die Pollenbelastung erhöhen.

Pilzsporen: Spitzen nach Regen

Die Pilzsporen bleiben auch im Spätsommer und im Frühherbst eine relevante Allergenquelle. Besonders nach Niederschlägen setzen viele Pilze vermehrt Sporen frei, was kurzfristige Belastungsspitzen verursachen kann.

Für detailliertere Informationen zum Pollenflug in Österreich konsultieren Sie gerne die kostenlosen Services des Österreichischen Polleninformationsdienstes: entweder über polleninformation.at oder die Pollen+ App (verfügbar für Android und iOS).

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