Natriumarme und kaliumreiche Ernährung bei Bluthochdruck
Eine Studie untersuchte, ob Erwachsene mit Bluthochdruck die in den ACC/AHA-Guidelines empfohlene natriumarme und kaliumreiche Ernährung zur Blutdrucksenkung einhalten. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung ärztlicher Beratung.
In der Studie von Buhnerkempe MG et al. wurden gepoolte Daten aus 12 National Health and Nutrition Examination Surveys (1999 bis 2023) ausgewertet und ermittelt, inwieweit US-amerikanische Erwachsene mit Bluthochdruck die Ernährungsempfehlungen zur Natrium- und Kaliumaufnahme einhalten.1 Das Team stufte die tägliche Natrium- und Kaliumaufnahme jedes Teilnehmers separat als ideal (Natrium: ≤1500mg; Kalium: ≥4700mg), empfohlen (Natrium: ≤2300mg; Kalium: ≥3500mg) oder nicht eingehalten ein. Entgegen anderen Untersuchungen waren Teilnehmer:innen, die antihypertensive Medikation erhielten, nicht ausgeschlossen.
Wichtigste Ergebnisse waren, dass während des 25-jährigen Untersuchungszeitraums nur 29% der Teilnehmer:innen die empfohlene Natriumzufuhr, 20% die empfohlene Kaliumzufuhr erreichten, und nur 1% erfüllte beide empfohlenen Werte. Weniger als 10% der Personen erreichten die idealen Grenzwerte für eine der beiden Kategorien oder für die Kombination beider. Daten aus kurz zurückliegenden Zeiträumen zeigten eine Verbesserung, insbesondere einen Anstieg des Anteils der Erwachsenen mit einer empfohlenen Natriumaufnahme auf 35% im Zeitraum 2021–2023; der Anteil der Teilnehmer:innen mit einer empfohlenen Kaliumaufnahme erreichte jedoch im selben Zeitraum mit 15% seinen Tiefpunkt. Die Aufnahme von Natrium, Kalium und Kalorien stand in einem starken und direkten Zusammenhang miteinander.
Was war spannend?
Wenig überraschend war, dass weiße ethnische Zugehörigkeit, ein niedrigerer BMI und ein geringeres Armutsniveau mit der Einhaltung der empfohlenen Natrium- und Kaliumzufuhr einherging.
Spannend war aber, dass der stärkste klinische Faktor, der mit der Einhaltung der Ernährungsrichtlinien in Verbindung stand, die Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten war. Behandelte Personen hielten sich besser an die Natriumempfehlungen. Ein starker Zusammenhang zwischen einer höheren Natrium- und Kaliumzufuhr sowie einer höheren Kalorienzufuhr erklären wahrscheinlich, warum dieselben Personen die Kaliumrichtlinie weniger gut einhalten. Die Daten deuten darauf hin, dass die Reduzierung der Natriumzufuhr bei den meisten Personen in erster Linie durch eine Verringerung der Kalorienzufuhr und nicht durch eine tatsächliche Umstellung der Ernährung erreicht wurde.
Ernährungsberatung wichtig – gerade bei Medikation
Diese Studie macht einmal mehr deutlich, dass Behander:innen mehr mit Patient:innen sowohl über die Natrium- als auch über die Kaliumzufuhr sprechen sollten. Eine antihypertensive Medikation dürfte zusätzlich Awareness dafür schaffen. Bei Patient:innen mit Bluthochdruck ist oft die DASH-Diät („dietary approaches to stop hypertension“) empfehlenswert, die den Schwerpunkt auf kaliumreiche und natriumarme Lebensmittel legt und den Blutdruck um durchschnittlich 10mmHg senkt. Empfohlen werden können auch natriumarme Salzersatzprodukte, die im Supermarkt erhältlich sind. Der starke Zusammenhang zwischen einer höheren Kalium- und einer niedrigeren Natriumaufnahme sowie einer hohen Kalorienzufuhr legt nahe, dass eine sorgfältige Beratung erforderlich ist, um die empfohlenen Verzehrmengen auf gesunde Weise zu erreichen.
Literatur:
1 Buhnerkempe MG et al.: Sodium, potassium, and calories: implications for implementing a recommended diet in adults with hypertension. Am J Hypertens 2026; 39: 997-1004
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