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Gesundheit und Forschung

Kinder erkennen Emotionen trotz Gesichtsmaske

Lausanne - Seit Beginn der Corona-Pandemie zählt der Mund-Nasen-Schutz in seinen unterschiedlichen Varianten zum Alltag. Vorschulkinder erkennen Emotionen wie Wut, Traurigkeit und Freude dennoch – auch wenn ihr Gegenüber eine Gesichtsmaske trägt, berichtet nun ein Forschungsteam unter Leitung des Universitätsspitals Lausanne (Chuv) im Fachmagazin «Jama Pediatrics».

Während der Corona-Pandemie müssen Kinder damit klarkommen, dass das Gesicht ihres Gegenübers häufig von einer Maske bedeckt ist. Fachleute gingen deshalb der Frage nach, ob dies die emotionale Entwicklung der Kinder beeinträchtigt. Das Team um Myriam Bickle Graz vom Chuv untersuchte bei 276 gesunden Kindern zwischen drei und sechs Jahren, wie gut sie Emotionen trotz Gesichtsmasken richtig zuordnen können. Die Forschenden zeigten den Kindern Bilder von Schauspielern, mit und ohne Maske, die entweder Freude, Wut oder Traurigkeit ausstrahlten. Den Ergebnissen zufolge deutet die Studie darauf hin, dass Masken die Fähigkeit der Kinder, Emotionen zu verstehen, kaum beeinflussen.

Stimmlage hilft zusätzlich

Konkret ordneten die Mädchen und Buben die Emotion ohne Maske in 71 Prozent der Fälle richtig zu, mit Maske waren es 67 Prozent. Dieser Unterschied sei zwar statistisch signifikant, resümierte Bickle Graz, aber die Effektgrössen seien sehr klein. Zudem simuliere der verwendete Ansatz nicht perfekt das wirkliche Leben, schrieb der US-Kinderarzt Dimitri Alexander Christakis in einem Kommentar zur Studie. Denn die Bewegung der Gesichter sowie die Stimmlage würden den Kindern noch zusätzliche Hinweise geben. Bickle Graz und ihre Kollegen weisen darauf hin, dass die Rolle von Gesichtsmasken weiter untersucht werden müsse – vor allem auch bei Kindern mit Entwicklungsproblemen. (ag/red)

Weitere Infos: Originalpublikation

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