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Wirbelsäule und Sport

Orthopädie & Traumatologie
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Jatros
26. März 2020
Autor:
Dr. Raphael Scheuer

Wirbelsäulenzentrum Wien-Speising, Orthopädisches Spital Speising, Wien<br> E-Mail: raphael@scheuer.wien

<p class="article-intro">Die Betreuung von Sportlern mit Wirbelsäulenbeschwerden setzt die Kenntnis sportartspezifischer Belastungsmuster einerseits und potenziell wirbelsäulenschädlicher Bewegungsabläufe andererseits voraus. Sportassoziierte Beschwerdebilder stellen unter den Wirbelsäulenbeschwerden eine verschwindende Minderheit dar, dennoch sind sie bei einigen „Risikosportarten“ gehäuft zu beobachten. Sind Wirbelsäulenveränderungen wie Skoliose, Morbus Scheuermann oder Spondylolyse bekannt, können Risikosportarten eine Progredienz des Befundes bedingen.</p> <p class="article-content"><div id="keypoints"> <h2>Keypoints</h2> <ul> <li>Rein axiale Belastungen f&uuml;hren kaum zu nachweisbaren L&auml;sionen, in Kombination mit Flexion, Extension oder auch Rotation sind aber durchaus Sch&auml;digungen m&ouml;glich.</li> <li>Die jugendliche Wirbels&auml;ule reagiert besonders empfindlich auf singul&auml;re und im Speziellen auch repetitive Belastungen.</li> <li>Vermehrte Vorsicht ist bei Belastungen gegen Tagesende geboten.</li> <li>Die positiven Effekte regelm&auml;&szlig;iger k&ouml;rperlicher Bet&auml;tigung auf den Gesamtorganismus &uuml;berwiegen die potenziellen Sch&auml;den aber bei Weitem.</li> </ul> </div> <p>Lumbale Beschwerden sind sowohl in Industriestaaten wie auch in Entwicklungsl&auml;ndern Hauptgrund f&uuml;r Einschr&auml;nkungen im allt&auml;glichen Leben, an Jahren der Lebenszeit gerechnet. Die Lebenszeitpr&auml;valenz von Beschwerden im Hals- oder Lendenwirbels&auml;ulenbereich betr&auml;gt in Industriestaaten zwischen 60 % und 85 % . Ein weltweiter Review aus dem Jahr 2012 &uuml;ber 165 Studien aus 54 L&auml;ndern beschreibt die Punktpr&auml;valenz von Kreuzschmerzen mit 18,3 % , Schmerzen im letzten Monat gaben dabei 30,8 % der Befragten an.<br /> Ging man fr&uuml;her in bis zu 85 % der F&auml;lle von unspezifischen Wirbels&auml;ulenbeschwerden aus, also rein funktionellen Beschwerden im Sinne von muskul&auml;rer &Uuml;beranstrengung oder Gelenksblockaden, ist es in den letzten 20 Jahren mittels verbesserter diagnostischer Verfahren gelungen, diesen Prozentsatz deutlich zu senken.<br /> Als schmerzurs&auml;chliche Strukturen werden Wirbelgelenksschmerzen bei j&uuml;ngeren Patienten zu 15 % , bei &auml;lteren bis zu 40 % angegeben. Diskogene Ursachen d&uuml;rften mit 39 % haupturs&auml;chlich f&uuml;r den Kreuzschmerz sein. Das Kreuzdarmbeingelenk (ISG) wird in 18&ndash;30 % der F&auml;lle f&uuml;r Beschwerden verantwortlich gemacht. W&auml;hrend diese Zahlen das ISG nach Ansicht des Autors weit &uuml;berrepr&auml;sentieren, stellt der diskogene Schmerz die vermutlich weitaus h&auml;ufigste Beschwerdeursache thorakolumbal bei Sportlern dar.<br /> Ob tats&auml;chlich auch strukturelle Sch&auml;den durch sportliche Bet&auml;tigung verursacht wurden, ist im Einzelfall meist schwer zu beurteilen. Die Autoren diverser Studien halten fest, dass sich L&auml;sionen im Bereich der Wirbels&auml;ule im Leistungssportbereich generell h&auml;ufiger finden als in der Gesamtbev&ouml;lkerung. Sie werden vor allem auf Verletzungen oder &Uuml;berlastungen der empfindlichen jugendlichen Wirbels&auml;ule zur&uuml;ckgef&uuml;hrt. Unterscheiden muss man dabei sicherlich die h&ouml;chst individuellen Belastungsmuster verschiedener Sportarten. So fanden sich in Zwillingsuntersuchungen bei Ausdauersportlern keine nennenswerten Unterschiede hinsichtlich Auftreten von Bandscheibendegenerationszeichen, bei Kraftsportarten hingegen schon &ndash; besonders im thorakolumbalen &Uuml;bergangsbereich. Und radiologischen Studien zufolge leitet die Bandscheibendegeneration nahezu regelhaft die Degeneration des gesamten Bewegungssegmentes ein.<br /> Rotationssportarten im Sinne von Wurfund Schlagsportarten weisen ebenso hohe Raten an wirbels&auml;ulenassoziierten Beschwerden auf.</p> <h2>Wirbels&auml;ule und Sportsch&auml;den</h2> <p><strong>Makrotraumata</strong><br /> Akute kn&ouml;cherne Traumata der Wirbels&auml;ule im Sport sind dank zahlreicher pr&auml;ventiver Ma&szlig;nahmen deutlich r&uuml;ckl&auml;ufig. Die h&auml;ufigsten ernsteren Verletzungen sind traumatische Spondylolysen, also Bogenfrakturen der Pars interarticularis, oftmals verbunden mit einer im Verlauf auftretenden Spondylolisthese. Am h&auml;ufigsten finden sich solche Verletzungen im Bereich der Lendenwirbels&auml;ule unter Turnern und Gewichthebern. Doch auch der brasilianische Fu&szlig;ballstar Neymar zog sich dem Vernehmen nach bei der WM 2014 im Zuge eines Anpralltraumas am R&uuml;cken eine traumatische Spondylolyse zu.<br /> Auch Einbr&uuml;che der Wirbelk&ouml;rpergrund- bzw. -deckplatten werden nach veritablen Stauchungstraumata immer wieder gesehen.</p> <p><strong>Mikrotraumata</strong><br /> Die auf den ersten Blick weniger dramatischen &Uuml;berlastungserscheinungen an der Wirbels&auml;ule scheinen allerdings auch unter jungen Athleten tendenziell zuzunehmen. Etwa ein Zehntel aller Distorsionen im Sport betrifft z. B. die Halswirbels&auml;ule &ndash; vor allem in Kontaktsportarten, aber auch beim Turmspringen oder bei der Gymnastik. Sobald einmal Beschwerden aufgrund der h&auml;ufig repetitiven &Uuml;berlastungen im Leistungssport auftreten, zeigt etwa ein Drittel der Sportler rezidivierende Beschwerden.<br /> Es ist nat&uuml;rlich festzuhalten, dass bei Weitem nicht nur sportliche junge Menschen unter Wirbels&auml;ulenproblemen leiden. Eine Untersuchung an &uuml;ber 400 000 Kindern und Jugendlichen aus 28 L&auml;ndern befand eine 37 % -ige Wahrscheinlichkeit f&uuml;r monatliche oder noch h&auml;ufiger auftretende Schmerzepisoden im Bereich der Lendenwirbels&auml;ule in dieser Population.<br /> Generell ist zu sagen, dass die Rumpfmuskelkontrolle nicht nur essenziell f&uuml;r die sportliche Leistungsf&auml;higkeit ist, sondern dass eine unzureichende Koordinierung der Rumpfmuskulatur mit einem erh&ouml;hten Risiko f&uuml;r Beschwerden im Lendenwirbels&auml;ulenbereich einhergeht.</p> <h2>H&auml;ufige L&auml;sionen</h2> <p><strong>Muskell&auml;sionen</strong><br /> Muskul&auml;re Verletzungen der Rumpfmuskulatur sind im Akutfall klinisch mitunter nur schwer von strukturellen Sch&auml;digungen der Wirbels&auml;ule abzugrenzen. Als Risikosportarten in diesem Zusammenhang werden in der Literatur Leichtathletik, Rudern, Skifahren oder Turnen erw&auml;hnt. Nicht &uuml;bersehen werden sollte dabei eine etwaige Fraktur der Proc. transversi bzw. der 12. Rippe.</p> <p><strong>Bandscheibenl&auml;sionen</strong><br /> Vom klassischen Bandscheibenvorfall, der typischerweise mit einer Nervenwurzelkompression und in Arm oder Bein ausstrahlenden Schmerzen einhergeht, ist der sogenannte diskogene (bandscheibenbedingte) lokale Schmerz abzugrenzen. Untersuchungen zeigten bei den meisten Sportarten keine Assoziation mit einem erh&ouml;hten Risiko von Bandscheibenherniationen, im Gegenteil wurde ein eher protektiver Effekt vermutet. Das wirft unweigerlich die Frage auf, ob denn bestimmte Belastungsmuster &uuml;berhaupt f&uuml;r die Degeneration von Bandscheiben urs&auml;chlich sein k&ouml;nnten. Hohe axiale Kompressionskr&auml;fte auf die Lendenwirbels&auml;ule zeigten beispielsweise in vitro prim&auml;r Impressionen von Grund- oder Deckplatten der Wirbelk&ouml;rper und gelegentlich Schmorl&rsquo;sche Knotenbildungen &ndash; assoziierte Bandscheibenl&auml;sionen fanden sich hingegen nicht. Dies best&auml;tigt auch der klinische Alltag.<br /> Bei hohen axialen Belastungen in Kombination mit Flexions- oder Rotationsbewegungen finden sich allerdings durchaus erh&ouml;hte Anulus-fibrosus-Rupturraten. Dies kann nun einerseits zum klassischen Bandscheibenvorfall f&uuml;hren, andererseits kann es die Degeneration der Bandscheibe einleiten &ndash; auch ohne symptomatischen Diskusprolaps. Theorien besagen, dass durch die L&auml;sion des Anulus fibrosus die Osteochondrose induziert wird. Dabei handelt es sich um eine Ver&auml;nderung der Wirbelk&ouml;rperendplatten, welche in der Bildgebung erstlinig durch ein Knochenmark&ouml;dem (auch als lokalisierte Osteoporose bezeichnet) und oft im weiteren Verlauf durch eine fettige Degeneration und schlie&szlig;lich Sklerosierung gekennzeichnet ist. Die Ursache f&uuml;r diese Ver&auml;nderungen ist nicht hinl&auml;nglich gekl&auml;rt, die Hypothese des h&auml;matogen induzierten Low-Grade-Infekts wird vom Autor als die plausibelste erachtet und danach auch die Therapie ausgerichtet. W&auml;hrend im Nativr&ouml;ntgen diese Ver&auml;nderung erst im fortgeschrittenen Zustand (der auch mit vermehrter Sklerosierung einhergeht) zu sehen ist, l&auml;sst sie sich in der Magnetresonanztomografie schon viel fr&uuml;her erkennen. Die Einteilung nach Modic beschreibt die Grade I&ndash;III, wobei Modic I in erster Linie einem Knochenmark&ouml;dem entspricht und Modic III bereits weitgehende Sklerosierung abbildet. Der g&auml;ngigen Literatur zufolge ist Stadium Modic I sehr h&auml;ufig mit lumbalen Schmerzen verbunden, da die Wirbelk&ouml;rperendplatten von Gef&auml;&szlig;en und begleitenden Nerven durchsetzt sind. Die Existenz des diskogenen Schmerzes wird allerdings vielfach diskutiert, da die gesunde Bandscheibe selbst keine sensible Innervation aufweist. Vor allem Modic-I- und -II-Ver&auml;nderungen sind auch durchwegs spontan reversibel. Man muss aber jedenfalls davon ausgehen, dass eine fortgeschrittene Osteochondrose einer Degeneration des gesamten Bewegungssegments gleichkommt, da die N&auml;hrstoffversorgung der Bandscheibe in erster Linie &uuml;ber die Grund- und Deckplatten der angrenzenden Wirbelk&ouml;rper erfolgt und eine zunehmende Sklerosierung diesen N&auml;hrstoffaustausch behindert, wenn nicht gar verhindert.</p> <p><strong>Spondylolysen</strong><br /> Spondylolysen k&ouml;nnen neben genetischer Pr&auml;disposition und den schon erw&auml;hnten Makrotraumata auch durch rezidivierende Mikrotraumata entstehen, wobei es sich dann um Erm&uuml;dungsfrakturen der Interartikularportion handelt. Das legt den Verdacht nahe, dass Sportarten mit rezidivierenden, evtl. auch asymmetrischen Hyperlordosierungsbewegungen, wie Turnen, Ballett, aber auch Tennis, die Entwicklung einer evtl. auch einseitigen Spondylolyse beg&uuml;nstigen.</p> <p><strong>Skoliose und Morbus Scheuermann</strong><br /> Diese sich haupts&auml;chlich im Rahmen des pubert&auml;ren Wachstumsschubes manifestierenden Ver&auml;nderungen scheinen in diversen Sportarten geh&auml;uft vorzukommen: Skoliosen finden sich etwa bei Turnern, Wurfsportlern und Ruderern auffallend oft, weshalb naheliegenderweise die teils asymmetrische Rumpfbeanspruchung dieser Sportarten als Ursache diskutiert wird. G&ouml;tze untersuchte daher die Korrelation von Auftreten und Auspr&auml;gung von Skoliosen mit der Intensit&auml;t der betriebenen Sportarten, fand dabei aber keinen Zusammenhang. Laut einer Arbeit von Hopf sind bei Skoliosen mit einem Cobb- Winkel von 10&ndash;20&deg; alle Sportarten uneingeschr&auml;nkt durchf&uuml;hrbar. Bei einem Cobb- Winkel von 21&ndash;40&deg; sind grunds&auml;tzlich ebenso alle Sportarten denkbar, axiale Traumata/Stauchungen sollten aber vermieden werden. Bei Skoliosen mit einem Cobb-Winkel ab 41&deg; gelten dieselben Empfehlungen, wobei kardiopulmonale Defizite mit zunehmender Verkr&uuml;mmung nat&uuml;rlich eher zum Tragen kommen.<br /> Die Angaben &uuml;ber das Auftreten von Morbus Scheuermann in der Normalbev&ouml;lkerung sind schwankend. Unter diversen Sportlern wie Turnern oder Basketballern scheinen diese Ver&auml;nderungen aber geh&auml;uft aufzutreten. Eine Verschlechterung der radiologischen Ver&auml;nderungen findet sich Studien zufolge bei vielen Sportlern auch noch mehrere Jahre nach dem schmerzhaft manifesten Morbus Scheuermann und degenerative Ver&auml;nderungen an der Wirbels&auml;ule treten somit um etliche Jahre fr&uuml;her auf. Junghanns postulierte in diesem Zusammenhang, dass das Stadium der Erkrankung ausschlaggebend ist, ob eine betroffene Wirbels&auml;ule &bdquo;sportf&auml;hig&ldquo; ist oder nicht: In der floriden Phase sollten Druck- oder Stauchbelastungen vermieden werden.</p> <p><strong>Spondylodese</strong><br /> Im Zusammenhang mit Morbus Bechterew und Skoliosen ist auch die Sportf&auml;higkeit nach erfolgter Spondylodese zu erw&auml;hnen. G&auml;ngigen Empfehlungen zufolge sollten nach erfolgter radiologischer Kontrolle nach 6&ndash;12 Monaten keine nennenswerten Einschr&auml;nkungen betreffend Sport bestehen, sicherlich individuell abh&auml;ngig von Restkr&uuml;mmung und Ausma&szlig; der Spondylodese. Sportarten mit hohen axialen Belastungen oder erh&ouml;hter Sturzgefahr bzw. m&ouml;glicher intensiver Fremdeinwirkung (Kontaktsportarten) sollten jedoch gemieden werden.</p> <h2>Wirbels&auml;ule und Rotationssportarten</h2> <p>Schon seit vielen Jahren wird Golf als Risikosportart f&uuml;r die Wirbels&auml;ule erachtet. Etwa die H&auml;lfte aller Golfspieler klagt &uuml;ber rezidivierende Beschwerden im Sinne von Lumbago, 90 % davon spielen den modernen Golfabschlag (&bdquo;modern swing&ldquo;), bei dem man &uuml;ber den gesamten Bewegungsablauf die Fersen am Boden h&auml;lt, um m&ouml;glichst viel Kontrolle &uuml;ber den Schlag zu haben. Nackenschmerzen betreffen vor allem weniger versierte Golfspieler.<br /> Dabei darf aber nicht &uuml;bersehen werden, dass ein Gro&szlig;teil der Golfspieler erst in h&ouml;herem Alter mit dem Golfsport beginnt und sich auch die w&ouml;chentliche Spielzeit mit zunehmendem Alter zumeist erh&ouml;ht.<br /> Der Blick auf diverse Statistiken zeigt uns, dass R&uuml;ckenschmerzen in vielen Wurfund Schlagsportarten ein verbreitetes Problem darstellen. Die Wurf- und Schlagbewegungen gehen dabei so gut wie immer mit einer Rotation und Lateralflexion im Rumpfbereich einher (Crunch), was notwendig ist, um das Wurfger&auml;t bzw. den jeweiligen Schl&auml;ger optimal zu beschleunigen. Es scheint somit nicht weit hergeholt, dass dieses Bewegungsmuster f&uuml;r die Entstehung von Bandscheibenl&auml;sionen und in weiterer Folge R&uuml;ckenschmerzen mitverantwortlich sein k&ouml;nnte. Aktivierte Osteochondrosen d&uuml;rften lumbal auch hier die Hauptschmerzursache darstellen.</p> <h2>Untersuchungen an Golfspielern</h2> <p>Der Golfsport stellt ein besonders g&uuml;nstiges Untersuchungsfeld dar, insofern als im Gegensatz zu den meisten Wurf- und Schlagsportarten der Bewegungsablauf im Stehen und nicht w&auml;hrend des Laufens &uuml;ber einen Platz erfolgt. Der Bewegungsablauf kann daher in nahezu beliebiger Art und Weise apparativ verfolgt, aufgezeichnet und vermessen werden.<br /> Im Zuge des Literaturstudiums stellte sich heraus, dass bereits diverse Studien den Zusammenhang des Golfabschlages mit R&uuml;ckenschmerzen analysiert haben. In erster Linie wurden dabei das Ausma&szlig; der Verdrehung zwischen Schulter- und Beckeng&uuml;rtel (X-Faktor, Abb. 1) bzw. das Ausma&szlig; der Lateralflexion w&auml;hrend der Schlagbewegung untersucht. Auch die Geschwindigkeit der Rumpfrotation lie&szlig; man mit einflie&szlig;en (&bdquo;crunch factor&ldquo;, Abb. 2). Die mangelhafte Abschlagtechnik vieler Amateure f&uuml;hrt zu &uuml;berm&auml;&szlig;iger Lateralflexion und Rotation im Bereich der Lendenwirbels&auml;ule. Es fand sich allerdings in keiner der vorliegenden Studien ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem oder mehreren der gemessenen Parameter und dem Auftreten von Kreuzschmerzen.<br /> Wie andere Kreuzschmerzpatienten auch weisen betroffene Golfspieler aber auffallende Muskelaktivierungsmuster der rumpfstabilisierenden Muskulatur sowie eine verminderte Ausdauerleistungsf&auml;higkeit derselben auf. Oftmals ist dabei auch eine verminderte Innenrotationsf&auml;higkeit der H&uuml;ften mit vergesellschaftet, was naturgem&auml;&szlig; eine vermehrte Rotation im Bereich der Lendenwirbels&auml;ule erforderlich macht.<br /> Eine eigens durchgef&uuml;hrte Untersuchung des Autors an Golfspielern unterschiedlichen Leistungsniveaus zeigte die gr&ouml;&szlig;ten Unterschiede am Golfschwung zwischen Golfspielern mit und jenen ohne wirbels&auml;ulenassoziierte Beschwerden bei den Beschleunigungskr&auml;ften am Umschlagpunkt von Aushol- zu Schwungbewegung.</p> <p><img src="/custom/img/files/files_datafiles_data_Zeitungen_2020_Jatros_Ortho_2002_Weblinks_jat_ortho_s29_abb1+2_scheuer.jpg" alt="" width="850" height="358" /></p> <h2>Muskelkr&auml;ftigung</h2> <p>Gezielte Kr&auml;ftigung der Rumpf- und Bauchmuskulatur erm&ouml;glicht die Stabilisation der Wirbels&auml;ule. Vor allem eine effiziente Bauchpresse stabilisiert die Wirbels&auml;ule und richtet sie &uuml;ber das Zwerchfell auch aktiv auf, was die Bandscheiben entlastet. Gewichtheber setzen daher zur Verst&auml;rkung der Wirkung der Pressatmung auch einen Bauchgurt ein.</p> <h2>Instabilit&auml;ten auch tageszeitabh&auml;ngig?</h2> <p>Bandscheiben verlieren im zirkadianen Verlauf an H&ouml;he, was in der kaudalen Lendenwirbels&auml;ule etwa 10 % ausmacht und insgesamt zu einer K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;enabnahme gegen Abend f&uuml;hrt. Dies bedingt vermutlich auch eine vermehrte Instabilit&auml;t der Bewegungssegmente, da die L&auml;ngsb&auml;nder insuffizient werden. Es stellt sich somit die Frage, ob Belastungen f&uuml;r die Wirbels&auml;ule abends noch ung&uuml;nstigere Auswirkungen haben k&ouml;nnten.</p></p> <p class="article-footer"> <a class="literatur" data-toggle="collapse" href="#collapseLiteratur" aria-expanded="false" aria-controls="collapseLiteratur" >Literatur</a> <div class="collapse" id="collapseLiteratur"> <p>beim Verfasser</p> </div> </p>
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