Studie zeigt: Hirnstimulation fördert Grosszügigkeit
Forscher wiesen nach, dass die elektrische Stimulation bestimmter Hirnareale grosszügiger macht. Die Erkenntnis könnte künftig für Therapien genutzt werden.
Zürich, Shanghai. Über Elektroden am Schädel elektrisch stimuliert zu werden, macht grosszügiger: Das wies nun ein Team aus Forschern der Universität Zürich und der East China Normal University in Shanghai nach. Konkret wurden Hirnzellen im Frontallappen und im dahinterliegenden Parietallappen von 44 Versuchsteilnehmern mit Impulsen in verschiedenen Frequenzbereichen stimuliert und so zu synchronen Schwingungen angeregt. Bei Stimulationen im Gamma-Bereich (bei 72 Hertz) waren die Teilnehmer grosszügiger als bei Stimulationen im Alpha-Bereich (bei 12 Hertz) oder ohne Stimulation. Dass Grosszügigkeit mit einer verstärkten Synchronisierung der beiden Lappen einhergeht, hatten die Forscher schon in einer früheren Studie gezeigt.
Zur aktuellen Studie sagte einer der Forscher, Christian Ruff von der Universität Zürich: «Der Effekt war klein, aber deutlich.» Er habe auch nur kurz angehalten. «Aber wenn man die Hirnareale wiederholt über einen längeren Zeitraum hinweg stimuliert, kann man möglicherweise länger anhaltende Effekte erreichen.» Ist dies überprüft, könnten die Erkenntnisse künftig für Therapien etwa bei Autismus oder Psychopathien genützt werden, bei denen die soziale Funktionsfähigkeit beeinträchtigt ist.
Das Ausmaß der Grosszügigkeit wurde anhand des sogenannten Diktatorspiels gemessen. Dabei hatten die Versuchsteilnehmer während der verschieden starken Impulse und ohne Impuls zu entscheiden, wie sie 60 Schweizer Franken zwischen sich und einem Mitspieler aufteilen. (sst)
Quelle: Universität Zürich (UZH)
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