Schlafstörungen häufiger als angenommen
Eine Datenanalyse zeigt, dass Schlafstörungen in Europa häufiger sind, als man bisher annahm: Jeder dritte Erwachsene leidet daran.
Bern. Ein internationales Forscherteam untersuchte nun, wie häufig Schlafstörungen unter Erwachsenen in Europa sind und welche Kosten sie verursachen. «Schlafstörungen haben eine erhebliche Auswirkung auf die Gesundheit des Gehirns, des Körpers insgesamt und auf die Gesellschaft, trotzdem wurden die epidemiologischen und ökonomischen Belastungen durch Schlafstörungen bisher nicht ausreichend untersucht», schreibt Claudio Bassetti von der Medizinischen Fakultät der Universität Bern als einer der Studienautoren. Die neue Studie schliesse eine Wissenslücke.
Für die Studie wurden Daten von über 20-Jährigen und im Fall der obstruktiven Schlafapnoe von über 30-Jährigen aus 47 europäischen Ländern analysiert, die in den Jahren 2020 bis 2023 aufgezeichnet worden waren. Neben der obstruktiven Schlafapnoe wurden Schlaflosigkeit, Narkolepsie, das Restless-Legs-Syndrom und die REM-Schlaf-Verhaltensstörung berücksichtigt. Das Ergebnis: Schlafstörungen betreffen 31 Prozent der Erwachsenen in Europa, also jeden Dritten.
Die Kosten, die bei Schlafstörungen etwa für Untersuchungen, Medikamente und andere Therapien oder Arbeitsausfälle anfallen, sind laut den Forscher:innen sehr hoch. Insgesamt würden sie sich auf Hunderte Milliarden Euro pro Jahr belaufen. Mit 184 Milliarden Euro am kostenintensivsten ist die obstruktive Schlafapnoe, gefolgt von Schlaflosigkeit mit 158 Milliarden Euro, dem Restless-Legs-Syndrom mit 79 Milliarden Euro, der Narkolepsie mit 905 Millionen Euro und der REM-Schlaf-Verhaltensstörung mit 436 Milliarden Euro. (sst)
Quelle: Medizinische Fakultät der Universität Bern
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