Neuer Therapieansatz gegen Virusinfektionen entdeckt
Forscher der Universität Basel entdeckten einen möglichen neuen Therapieansatz gegen Virusinfektionen, die Menschen bei der Geburt übertragen wurden: wie zum Beispiel HBV-Infektionen.
Basel. Weltweit leben mehr als 250 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-B-Virusinfektion (HBV). Beim schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) waren 2024 1219 HBV-Infizierte in der Schweiz und in Liechtenstein gemeldet. Nahezu allen Betroffenen wurde das Virus bei der Geburt von der Mutter übertragen. Ist die Infektion einmal etabliert, lässt sie sich nicht heilen.
Bisher nahm man an, dass das Immunsystem HBV-Infektionen und andere bei der Geburt übertragene Infektionen toleriert und sich kaum dagegen wehrt. Forscher des Departments Biomedizin der Universität Basel fanden nun heraus, dass das so nicht stimmt: Das Immunsystem wehre sich schon gegen die Infektionen, allerdings «mit angezogener Handbremse», wie sie in einer neuen Forschungsarbeit schreiben. Am Mausmodell konnte gezeigt werden, dass der Körper die Menge von Viren mithilfe von T-Helferzellen verringert. Ebenfalls gezeigt werden konnte, dass sich die Antikörperreaktion verbesserte, sobald den Mäusen zusätzliche T-Helferzellen verabreicht wurden. «Dies ist in Bezug auf neue Therapieansätze vielversprechend», sagt Studienleiter Daniel Pinschewer.
Als Grund für den Effekt vermuten die Forscher, dass die Entstehung von spezifischen T-Helferzellen begrenzt bleibe und der Organismus eine partielle Toleranz gegen das Virus entwickele, weil Virusinfektionen bei der Geburt in einer sensiblen Phase der Entwicklung des Immunsystems stattfinden. (sst)
Quelle: Universität Basel
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