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«Schwer behandelbare» Depression

Esketamin und Psilocybin in der Psychiatrie – ein Paradigmenwechsel?

Esketamin und Psilocybin stehen für neue interventionelle Behandlungen in der Psychiatrie. Sie gelten als schnell wirksame Verfahren mit hohem Potenzial, aber gehen mit methodischen, ethischen und praktischen Fragezeichen einher. Sie unterscheiden sich von klassischer Psychopharmakotherapie, weil sie nicht täglich eingenommen werden und weil Pharmakodynamik und therapeutischer Kontext ineinandergreifen. Der klinische Fortschritt hängt deshalb nicht nur an neuen Substanzen, sondern ebenso an verantwortungsvoller Implementierung.

Weltweit leiden etwa 332 Millionen Menschen an einer depressiven Störung.1 Das macht die Depression zu einer der häufigsten Erkrankungen mit enormen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen. In der Behandlung der Depression stehen viele wirkungsvolle Medikamente und therapeutische Verfahren zur Verfügung. Dennoch erreichen 30–55% der Patient:innen nach konventioneller Behandlung keine Remission der Symptome. Wir sprechen von einer «therapieresistenten Depression», wenn nach Anwendung von zwei verschiedenen Antidepressiva keine Besserung eintritt.2 Dieser Begriff impliziert, dass eine Therapie scheinbar wirkungslos ist, wobei jedoch einerseits neue und weitere Therapien vorhanden sind und andererseits selbst bei fehlender Remission eine Therapie sinnvoll ist. Daher wird der Begriff zu Recht zunehmend von «schwer behandelbarer Depression» ersetzt.

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