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ERS 2021: Übergewicht und Asthma

Übergewicht verschlechtert Asthmakontrolle bei Kindern

Pneumologie
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Übergewicht ist bei Erwachsenen ein unabhängiger Risikofaktor für Asthma und auch ein eigener, sehr schwer behandelbarer Phänotyp eines Adipositas-assoziierten Asthmas ist bekannt. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden zeigt, dass auch bei Kindern Adipositas mit einem suboptimalen Ansprechen auf Asthmatherapien assoziiert ist.

Für die Arbeit wurden Daten aus fünf internationalen Studien von 1511 Kindern mit Asthma im Alter zwischen 2 und 16 Jahren herangezogen. Alle Kinder standen unter Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS). Als schlechtes Ansprechen wurden eine oder mehrere Asthmaattacken gewertet, die so schwer waren, dass sie eine Notfallintervention oder eine Behandlung mit oralen Kortikosteroiden erforderlich machten. Von den Kindern waren umfangreiche klinische und biometrische Daten verfügbar, die von Alter und Geschlecht über die Krankengeschichte, den Body-Mass-Index, bekannte Allergien und Exposition gegenüber Schadstoffen bis hin zu genetischen Daten aus DNA-Proben in Zusammenhang mit Adipositas reichten. Aus diesen Daten wurde ein genetischer Risikoscore erstellt, um eine Zu- oder Abnahme in den z-Scores des BMI vorherzusagen. Der BMI-z-Score schätzt, wie weit und in welche Richtung der BMI eines Kindes von einem alters- und geschlechtstypischen Normalwert abweicht. Ein BMI-z-Score größer 1 bedeutet, dass das Kind ein erhöhtes Risiko hat, übergewichtig zu werden, ein z-Score über 2 weist auf bestehendes Übergewicht und ein z-Score über 3 auf Adipositas hin. Damit erlauben die Daten eine „Mendel’sche Randomisierung“ („mendelian randomisation“), in der die BMI-z-Scores mit dem Ansprechen auf ICS korreliert werden. Wenn der BMI das Ansprechen unabhängig von Störfaktoren beeinflusst, dann müssen auch höhere z-Scores mit schlechtem Ansprechen assoziiert sein. Dies konnte tatsächlich gezeigt werden. Der durchschnittliche BMI-z-Score der 1511 Kinder lag bei 0,69. Adipös waren 318 (21 %) der Kinder. Die Autoren konnten durch alle ausgewerteten Studien zeigen, dass sich der Anteil der schlechten Responder mit jeder Erhöhung des z-Scores um einen Schritt mehr als verdoppelt. Dieser Befund blieb konsistent, obwohl sich der Anteil der unzureichenden Responder in den ausgewerteten Studien deutlich unterschied und zwischen 20 % und 80 % schwankte.1 Es ist dies die erste Asthmastudie, die Ansprechen auf ICS mit genetischen Risikofaktoren für Adipositas in Zusammenhang brachte.

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